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Twentysomething: Warum Älterwerden toll ist

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Mit 14 war 18 werden das klar gesteckte Ziel. Volljährig, selbstbestimmt und unabhängig sein. Einige Jahre nachdem das Ziel erreicht ist, hört das mit der Freude über den eigenen Geburtstag aber oftmals auf. Die Ernüchterung kommt relativ schnell, denn mit der Selbstständigkeit und der Unabhängigkeit geht auch immer eine Menge Verantwortung einher.
Und damit meist Stolpersteine. Und ist es erst einmal erlaubt, verlieren Zigaretten und Alkohol irgendwie auch ihren Reiz. Von Falten, einem verlangsamten Stoffwechsel und anderen traurigen Alterserscheinungen mal abgesehen! Ist man aber erstmal damit fertig den verlorenen Privilegien, die man als Minderjähriger noch genießen konnte hinterher zu trauen, merkt man irgendwann, dass Älter werden auch positive Seiten hat. Warum Älterwerden toll ist? Man lernt aus Erfahrungen so manche Dinge die das Leben leichter machen:

1. Dich kann nicht jeder mögen

Gerade als Teenager ist es gar nicht so einfach. Man will entweder auf jeden Fall oder auf gar keinen Fall dazu gehören. Bei mir und sicherlich auch bei einigen anderen Menschen, ging das irgendwie noch ein bisschen weiter. Lange lebte ich mit dem Wunsch, alle Menschen davon zu überzeugen zu wollen, mich zu mögen. Ich passte mich an. Dadurch wurde ich leicht beeinflussbar und meine Meinung, meine Werte und meine Normen austauschbar. Letztendlich wusste ich selbst nicht mehr, für was ich eigentlich einstehen wollte. Irgendwann kam ich einen Punkt, wo ich realisierte: Es ist völlig egal, was andere denken. Du selber zählst.

2. Mehr Selbstvertrauen

Aus Bewusstsein, dass es einfach unmöglich ist, es jedem Recht zu machen kann das Selbstvertrauen wachsen. Denn dann beginnt man automatisch sich selbst besser zuzuhören. Und gelangt irgendwann zu der beruhigenden Erkenntnis, dass man mit seinen tausend Fehlern eigentlich völlig in Ordnung ist. Auch wenn jemand älter ist, oder im Job oder einem bestimmten Umfeld mehr zu sagen hat, heißt das nicht, dass seine Aussage oder Meinung mehr wert ist, als deine eigene. Zumindest nicht für dich selber.

3. Niemand interessiert sich für dich

Den Vortrag verhauen, mit offner Hose durch die Gegend gelaufen oder irgendetwas anderes ist passiert, weshalb du vor Scham im Boden versinken möchtest? Die gute Nachricht ist: Viele deiner vermeintlichen Fehler fallen den Anderen überhaupt nicht auf. Der Mensch beschäftigt sich nämlich am allerliebsten mit sich selbst! 99% der Menschen bemerken die Fehler der Anderen gar nicht. Mit Mitte zwanzig hat man das erkannt.

4. Es geht immer irgendwie weiter

Oftmals kommt man im Leben in Situationen in denen man denkt „Es geht einfach nicht mehr weiter.“ Egal ob in Studium, im Job oder in Zwischenmenschlichen Beziehungen. Mit Mitte zwanzig hat ma jedoch einiges durch und weiß: Es geht immer irgendwie weiter.

5. Nervige Menschen darf man aussortieren.

Diese eine Freundin, die immer nur darauf bedacht ist, sich selbst in einem guten Licht darzustellen. Dein Job ist blöd, dein Studium sinnlos und überhaupt scheinst du ja nie richtig zu arbeiten? Sie dagegen ist natürlich 24/7 der absolute Durchstarter. Die Bekannte, die sich immer dann meldet, wenn sie gerade Hilfe beim Umziehen braucht. Und dann nie wieder. Bis zum nächsten Umzug. Nörgler, Miesmacher und Schnorrer können einem viel Nerven, Energie und vor allem Zeit rauben. Mit der Zeit merkt man dann jedoch, dass man die einfach nicht braucht. Und freut sich seiner Ignoranz und Gleichgültigkeit.

6. Freunde bleiben nicht für immer. Aber auch das ist ok.

Auch die Freunde, die man eigentlich mag bleiben in den seltensten Fällen für immer. Weil man sich auseinanderlebt, nicht mehr in der selben Stadt wohnt oder der besagte Freund dich für einen nervigen Zeitdieb und Nörgler hält. Aber auch das ist ok. Man lernt nämlich auch neue kennen.

7. Man akzeptiert, dass der Körper nicht perfekt ist und vermutlich auch niemals sein wird. Und scheißt drauf!

Mit neunzehn oder zwanzig achtete ich sehr auf meinen Körper. Da ich ein sehr heller Typ bin, ging ich hin und wieder ins Sonnenstudio, achtete penibel darauf, dass sich kein Haar an der falschen Stelle befand und ließ mich durch kleine Speckröllchen schnell stressen. Mein Aussehen ist mir heute immer noch wichtig, aber ich gehe damit entspannter um. Mal ungeschminkt zur Post oder in den Supermarkt gehen? Kein Problem!

8. Fit sein ist cool 

Auch wenn es sich anhört, als wäre ich Mitte vierzig und nicht mitte zwanzig: Dem Körper aktiv etwas gutes tun macht irgendwie Sinn. Klar kann man auch noch mit dreißig jedes Wochenende ausschweifende Alkoholexzesse feiern, Kette rauchen und seine Hauptmahlzeiten bei Mc Donalds, Burger King & Co. einnehmen. Aber irgendwann merkt sich der Körper das. Gerade in Zeiten von #Fitinspo #Healthy & Co. kann auf den Körper hören auch mal ganz cool sein. So lernt man mit der Zeit die Bedürfnisse seiner eigenen Hülle viel besser kennen.

9. Partys verpassen irgendwie auch

Wobei wir direkt beim nächsten Punkt wären. Partys zu verpassen ist völlig ok. Mal realistisch gesehen: Was genau verpasst man eigentlich? Mit den ersten drei bis sechs Bier verschwinden die Berührungsängste und es wird gebaggert wie sonst was. Oder aber die gesamte Gruppe verfällt in die „weißt du noch früher“ Melancholie, und erzählt sich die gleichen Stories von früher zum zwanzigsten Mal. Oder es wird ausgelassen gefeiert. Aber das kannst du auf der nächsten Party genauso gut.

10. Es ist nicht alles so gut, wie die Erinnerung daran 

Apropos Erinnerung: Früher war alles besser, man tanzte immer zwischen den Regentropfen ohne Nass zu werden und sämtliche Probleme waren ganz weit weg? Es ist wissenschaftlich belegt, dass unser Gehirn positive Erinnerungen grundsätzlich den negativen vorzieht und uns so ein verfälschtes Bild der Vergangenheit zeichnet. Als Twentysomething weiß man das. Und freut sich auch über die Probleme, die man heute nicht mehr hat.

11. Risiko & ‚Einfach mal machen‘

Mit Mitte zwanzig weiß man, dass man manche Dinge einfach mal ausprobieren und das Risiko eingehen muss, um zu merken, ob sie etwas für einen sind. Egal ob Jobs, Sportarten, oder auch Lebensmodelle. Manchmal muss man sich ‚durchbeißen‘, aber umplanen oder neu entscheiden geht irgendwann immer.

12. Du hast dein Schicksal selbst in der Hand

Klar wäre es geil, stinkreich, wunderschön, kerngesund und supersmart zu sein. Das sind aber die wenigsten. Natürlich gibt es Schicksalsschläge, denen man einfach ausgeliefert ist. Es gibt aber niemanden, der dafür verantwortlich ist, dass du weniger glücklich und zufrieden bist, als du sein solltest. Außer du selbst.

Was habt ‚mit dem Alter‘ gelernt? 

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23 Comments

  • Reply Marcel Hauck

    Ich bin eindeutig selbstzufriedener und gelassener, nachdem ich angefangen habe mich negativ beeinflussene Punkte zu überarbeiten. Sei es beruflich oder privat. Ganz klar sollte man sich immer neue Ziele setzen und alle paar Monate reflektieren, wie es um einen selbst steht.

    http://www.stylingfitness.de

    11. April 2017 at 20:14
    • Reply Jana Kalea

      Da gebe ich dir Recht. Aber vor ein paar Jahren war mir persönlich noch gar nicht klar, was mich eigentlich negativ beeinflusst. Das kam wohl auch erst ‚mit dem Alter‘. 😀

      13. April 2017 at 0:24
  • Reply amely rose

    so ein toller Post und wundervolle Bilder.
    ich muss zugeben, ich bin gerade genau mitten in den zwanzigern, habe aber noch nicht wirklich das gefühl irgendwas daraus gelernt zu haben oder angekommen zu sein.
    Manchmal fühle ich mich sogar noch unsicherer oder unausgeglichener als damals als teenie.
    Aber irgendwie hat mich dein post doch beruhigt 😀
    aktuell bin ich zumindest in der Phase zu begreifen, dass man seine eigenen Entscheidungen trifft und dass das gut ist und niemanden angeht ob du das studierst oder dich für diesen Berufsweg entschieden hast oder wie ganz besonders in meinem Fall, wieso du aus einer Millionen Stadt als „so junger Mensch“ auf’s Land ziehst…einfach weil ich es will 😀

    alles Liebe deine Amely Rose

    12. April 2017 at 16:57
    • Reply Jana Kalea

      Ich bin auch immer noch oft unsicher, unvernünftig und impulsiv. Aber mittlerweile hinterfrage ich viel mehr und dann wird mir schnell klar „Hey, das muss jetzt gar nicht sein“. Das mit den eigenen Entscheidungen finde ich einen der wichtigsten Punkte. Und deinen Entschluss aufs Land zu ziehen kann ich voll verstehen. 😊

      13. April 2017 at 0:29
  • Reply Silja

    Sehr amüsant und wahr! 🙂 Mit meinen ach so schlimmen 30 Jahren kann ich dir in allen Punkten voll und ganz zustimmen; im Grunde wird das Leben mit steigendem Alter entspannter.
    Liebe Grüße
    Silja

    12. April 2017 at 20:41
    • Reply Jana Kalea

      Stimmt irgendwie… Mal schauen wie man das mit 50 sieht. 😀

      13. April 2017 at 10:22
  • Reply Menna

    Ja guuut, bei einigen Punkten kann ich dir zustimmen. Trotzdem habe ich Angst vor dem Erwachsensein 😀 🙁

    Liebe Grüße, Menna von http://linesandrhymesuniverse.blogspot.co.at

    12. April 2017 at 21:50
    • Reply Jana Kalea

      Gerade wenn man kurz vorm Schulabschluss steht alles neu und ungewohnt ist, ist das glaube ich total normal. Aber glaub mir: Du hast noch viel Zeit. Wirklich Erwachsen bin ich immer noch nicht. 🙂

      13. April 2017 at 0:32
  • Reply Sarah

    Toller Beitrag. Vorallem dass mit den Freunden. Die wirklich richtigen findet man wirklich erst je älter man wird..ich hatte früher so viele Freundinnen aber im Laufe der Zeit hab ich einfach gemerkt dass es eigentlich die falschen sind

    Liebe Grüße

    http://www.femalenlifestyle.com

    12. April 2017 at 22:07
    • Reply Jana Kalea

      Ja, da hast du Recht. Aber das ist auch ok so. Ich glaube ohne diese Erfahrungen könnte man die richtigen Freundschaften gar nicht so schätzen. 🙂

      13. April 2017 at 0:38
  • Reply Laura Topa

    Ein ganz toll geschriebener Beitrag und so wahr!! Viele von den genannten Punkten sollten sich ganz viele Leute zum Herzen nehmen. Ich hab mit dem Alter auf jeden Fall gelernt, dass ich die „Vorstellungen“ von niemandem erfüllen muss außer die von mir selbst. Und, dass ich und nur ich allein zufrieden mit mir selbst sein muss.
    Toller Beitrag und mach weiter so!

    Alles Liebe,
    Laura von http://www.lauratopa.com 🙂

    12. April 2017 at 22:08
    • Reply Jana Kalea

      Vielen Dank für das tolle Kompliment. 💕 Und ja, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. 🙂

      13. April 2017 at 0:39
  • Reply Jasmin

    Sehr schöner Post bei den Punkten muss ich dir wirklich recht geben.
    Manchmal wäre ich doch gern nochmal 18.

    Lg Jasmin

    12. April 2017 at 22:11
    • Reply Jana Kalea

      Klar, ich auch. 18 sein war super. Aber manchmal eben auch (zumindest bei mir) echt anstrengend. 🙂

      13. April 2017 at 0:36
  • Reply Denise

    Recht hast du!
    Für mich waren es vorallem die Punkte dass es immer einen Ausweg gibt und dass man auch mal eine Party verpassen kann (mit dem Alter kam irgendwie auch der Kater am nächsten Morgen hahaha). Aber irgendwie sind fast alle Punkte wirklich Lernprozesse die mit dem selbstständig werden Hand in Hand gehen.

    Viele Grüße
    Denise von
    http://www.lovefashionandlife.at

    12. April 2017 at 22:23
    • Reply Jana Kalea

      Das stimmt. Komisch, jetzt fühle ich mich gerade echt alt und weise. 😀

      13. April 2017 at 0:40
  • Reply Aly

    Was für ein toller Beitrag!! Ich werde in wenigen Monaten 22 und bin der Meinung, dass es ein komisches Gefühl ist älter zu werden. Ich denke viele „Minderjährige“ wollen unbedingt auf das Älterwerden zusteuern, dabei kommt das ja irgendwann sowieso. Je älter man ist, desto mehr Verantwortung und weniger Zeit hat man für Dinge, die man eigentlich machen möchte, das ist der Punkt, den ich „mit dem Alter“ gelernt habe. 😉

    Alles Liebe,
    Aly von http://www.duftlos.at

    12. April 2017 at 22:26
    • Reply Jana Kalea

      Das stimmt (leider) auch. Wenn ich an meine Schulzeit zurück denke… Wie viel Zeit ich da einfach für ’nichts tun‘ hatte, inklusive 6 Wochen Sommerferien… Das war schon toll. Allerdings versuche ich mir für die wirklich wichtigen Dinge und auch für mich selber so oft wie möglich Zeit zu nehmen.

      13. April 2017 at 0:42
  • Reply Avaganza

    Hallo Jana,
    Also in deinem Alter habe ich mein Leben einfach nur in vollen Zügen genossen 🙂 … bei mir hat das dann erst mit dem 35. Lebensjahr begonnen. Ich kann dir sagen – man lernt nie aus ;-). Du sprichst jedenfalls viele Dinge an, denen ich nur zustimmen kann. Ein gelungener Post! Gratuliere!
    Schönen Abend!
    lg
    Verena

    12. April 2017 at 22:43
    • Reply Jana Kalea

      Vielen Dank. Ich genieße mein Leben auch, allerdings anders als mit 18 oder 19. Und in manchen Punkten eben deutlich mehr. Das man nie auslernt glaube ich dir gerne. Ich bin gespannt, wie ich mit 40 denke und lebe. 🙂

      13. April 2017 at 0:46
  • Reply Katja

    Älter werden ist in jedem Alter anders. Aber nie einfach. Zum Glück gibt es auch die von dir so schön beschriebenen positiven Effekte. Da kann ich dir voll und ganz zustimmen. Viele Grüße, Katja

    13. April 2017 at 9:40
  • Reply Das Bücherregal

    Zugegebenermaßen bin ich erst (fast) 19 und dennoch kann ich deine Erfahrungen jetzt schon teilen 🙂

    21. April 2017 at 13:54
  • Reply Ronja

    Toller Beitrag! Ein Thema über das ich auch sehr sehr oft nachdenke. Früher wirkte alles viel aufregender! Im Alter habe ich Vorallen dingen gelernt, dass nicht alle Menschen im Leben dazu bestimmt sind zu bleiben. Und das ist auch gut so.

    25. April 2017 at 21:08
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