10 Mainstream Reisetipps

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Neben Mode- und Lifestyleblogs lesen ich am liebsten Reiseblogs. Obwohl ich mir vor jeder Reise an einen neuen Ort grundsätzlich immer einen Reiseführer kaufe, beziehe ich die Reisetipps vor Ort zu mindestens 90% aus Blogs. Beim scrollen durch meine Favourite Blogs fällt mir jedoch immer auf: Backpacking ist anscheinend nicht mehr nur ein Trend, sondern wer es nicht macht braucht gar nicht erst anfangen etwas über das Reisen zu erzählen. Und: Das Minimum für einen Trip liegt bei zwei Monaten. Besser drei oder vier oder gleich ein ganzes Jahr. Ziel? Ja wohl mindestens Asien oder die USA. Alles andere ist für Anfänger. Mainstream.

Das Gepäck auf dem Rücken tragen und mal in einem Hostel schlafen? Kein Problem. Alles Hab und Gut für zwei bis sechs Monate auf drei Shirts, zwei Shorts, einen Bikini und drei Panties zu beschränken, damit ich es auch wirklich bei jeder Wanderung problemlos mit mir herumtragen kann und mit 16 Leuten Betten in einem winzigen Raum ohne AC und Klo teilen, weil Backpacking gerade so hipp ist? Nein Danke.

Mag sein, dass diese Art des Reisens die ist, die den Charakter bildet und auch sonst einen potentiell besseren Menschen aus einem macht und natürlich ist es bestimmt ein Wahnsinnsgefühl monatelang, einfach nur so unterwegs zu sein. Aber so ganz ohne ein, zwei Luxusprodukte? Würde ich mich fühlen, wie im Dschungelcamp. Für alle die das auch so sehen und auf Ratten im Pool und Kakerlaken unterm Bett verzichten wollen, oder auch mal ganz gerne einen ganz normalen Urlaub buchen, hier meine 10 Reisetipps.

1. Plane dein Reisebudget und nehme das Doppelte mit

Im Urlaub sparen ist scheiße. Lieber mit leeren Taschen und vielen Geschichten wiederkommen, als andersherum. Als ich mit 19 in Australien war, hatte ich permanente Geldnot. Als ich deshalb auf Sky Diving verzichtete, sagte ein Bekannter zu mir:

“Du bist jetzt hier, und wer weiß, wann du es jemals wieder sein wirst. Hier ist nicht der richtige Ort zum sparen. Ruf deine Verwandten an, leih dir Geld. Wenn du wieder zu Hause bist, kannst du es zurückzahlen. Die zwei, drei tausend Dollar werden dir niemals fehlen. Die Zeit hier nicht richtig genossen zu haben schon.”

Er hatte Recht. Damals lieh ich mir kein Geld. Sky Diving viel für mich aus. Bereue ich das? Ja, weil heute hätte ich viel zu viel Angst davor, aus einem Flugzeug zu springen. Natürlich können wir uns nicht alle ständig und mal eben so irgendwo einige tausend Dollar leihen, aber trotzdem: Nichts ist schlimmer, als bis ans andere Ende der Welt zu fliegen um dann dort zu sparen.

2. Drehe nicht jeden Cent dreimal um

Auch der zweite Tipp dreht sich um Geld. Du hast für deinen Urlaub genug gespart, bist unterwegs und willst nun per Bootstrip die Nachbarinsel erkunden. Die Bootsvermietung direkt am Ende der Straße möchte 100$ von dir haben. Irgendwo hast du aber gelesen, dass jemand für den Trip für 90$ gemacht hat. Also beginnst du nun deinen Urlaubsort nach günstigeren Varianten abzusuchen.

STOP! Dein Urlaub geht vermutlich nicht ewig. Willst du wirklich kostbare Stunden mit suchen verbringen, nur um ein paar Cent zu sparen? Natürlich sollte man sich nicht übers Ohr hauen lassen, aber zu viel geiz im Urlaub ist nicht geil.

Reiseliebe

3. Spartipp: Nimm dir Zeit um den günstigsten Flug zu finden

Sparen kannst du dagegen vor Urlaubsantritt. Viele Reisebüros und Onlineportale werden mit “Kanaren AI für 399€” oder “Für 199€ in die Sonne”. Hat man Reisezeitraum, Abflughafen und Zimmerkategorie ausgewählt, ist man jedoch oft locker bei der doppelten Summe. Oftmals ist es günstiger, alle Komponenten einzeln zu buchen. Gerade beim Flug kann man durch Vergleichen viel sparen.

Generell gilt: Ja variabler man bezüglich Datum, Abflugort, Zielort und Airline ist, desto günstiger wird es. Es kann sowohl Sinn machen sehr früh zu buchen, als auch sehr spät. Für Flüge gibt es nicht nur eine Preisklasse, sondern viele verschiedene, zu welchen die Airlines, je nach Auslastung, Tickets verkaufen. Da verschiedenste Faktoren in die Preisgestaltung hereinspielen, ist es so gut wie unmöglich herauszufinden, zu welchem Zeitpunkt der gewünschte Flug am günstigsten ist. Allgemein gilt aber: Während der Schulferien sind Flüge insgesamt teuerer. Auch wenn am Zielort in der Reisezeit ein Event stattfindet kann sich das auf den Flugpreis auswirken. Mein Tipp: Schauen, ob Flüge in nahegelegenen Städten vielleicht günstiger sind, als in der Heimatstadt. Aber Vorsicht: Wenn der Flug ab Frankfurt 100€ günstiger ist, das Bahnticket aber 80€ kostet, macht das unter Umständen keinen Sinn.

Apropos Bahn: Wer mit der Bahn verreist kann sowohl auf Sparangebote von Ltur zurückgreifen, oder auf der Bahnhomepage das Häkchen bei der ersten Klasse setzen. Insbesondere für Frühbucher sind diese Tickets oft günstiger, als die 2. Klasse Tickets.

über den wolken

4. Buche Hotels vor Ort

Während man sich in Deutschland und auch im übrigen Teil Europas relativ sicher sein kann, dass man zumindest ungefähr das bekommt, was man gebucht hat, sieht das im entfernteren Ausland oft anders aus. Bilder können lügen, Bewertungen gekauft, Geschmäcker und Ansprüche verschieden sein. Bei längeren Aufenthalten buche ich, gerade im asiatischen Raum, Hotels meist erst nachdem ich sie gesehen habe. Dann aber online und nicht direkt an der Rezeption. In der Regel ist das nämlich günstiger.

Übrigens: Eine Alternative für alle, die schon von zu Hause buchen wollen. ist Airbnb. Soweit ich informiert bin, gibt es hier keine gekauften Bewertungen, weshalb die Bewertungen und Fotos ein realistisches Bild zeigen.

5. Better save than sorry: Versicherungen

Garantiert nicht das richtige Ende zum sparen sind Versicherungen. Wenn du einen teuren Urlaub gebucht hast, macht eine Rücktrittsversicherung durchaus Sinn. Aber Achtung: Immer das Kleingedruckte lesen. Manche Versicherungen zahlen nur in ganz bestimmten Fällen.

Gerade dann, wenn das Reiseziel außerhalb Europas ist, sollte man sich um eine Auslandskrankenversicherung kümmern. In 99% der Fälle braucht man sie nicht. Aber falls doch, ist es gut, eine gehabt zu haben.

6. Statte dich vorher mit hilfreichen Apps aus

Apps sind die neuen Reiseführer. Sie lassen sich wunderbar in der Tasche verstauen und spucken die wichtigsten Infos aus. Die wichtigsten Apps? Sind je nach Reiseziel folgende:

Wechselkursapp. Gerade in Ländern, wo verhandeln zum Geschäft gehört und/ oder der Kurs bei 1:16.500 liegt ist so eine App gold wert.

Wörterbuchapp. Englisch ist Weltsprache. Je nachdem wo man gerade ist, kann es trotzdem sein, dass du der Einzige bist, der Englisch spricht. Eine Wörterbuchapp macht da einiges leichter.

Urlaubsortapp. Für viele Urlaubsorte sind Apps erhältlich, welche die wichtigsten Infos und Tipps ausspucken. Eine gute Alternative zum Reiseführer und einfacher, als unterwegs mit 100 Blogs zu hantieren.

Kartenapp mit Downloadfunktion. Gerade wenn gerade kein WIFI in der Nähe ist kann es passieren, dass man die Orientierung verliert. Sinnvoll hierfür: Maps, die man vorher heruntergeladen hat, wie zum Beispiel MAPS.ME fürs iPhone.

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7. Vorher shoppen lohnt sich

Auch so eine Sache, die ich mir früher nie zu Herzen genommen habe: VOR dem Urlaub shoppen. “Im Urlaub ist es sicher billiger.” und “Die Sommersaison ist in Deutschland sowieso vorbei, am Urlaubsort gibts bestimmt mehr Auswahl.” waren nur zwei meiner, sehr beliebten, Ausreden.

Ist aber Quatsch. Erstens ist es dort vermutlich auch nicht viel günstiger als im Sale und zweitens findet man nie genau das was man sucht, wenn man es braucht. Und wer möchte schon im Urlaub gestresst zwei Tage durch Einkaufszentren rennen, weil er ohne Bikini los geflogen ist?

Reisebudget

8. Wähle deine Reisepartner mit Bedacht

Man sagt, dass man seinen Partner im Urlaub erst richtig kennenlernt. Besonders auf Reisen, die nicht All Inclusive in der Hotelanlage stattfinden, kommt man hin und wieder in Situationen, mit denen man nicht gerechnet hat. Wenn ich eines gelernt habe, dann das: Mit dem richtigen Reisepartner steht und fällt eine Reise.

Es ist doch so: Wenn dir irgendwo in Südostasien deine Tasche mit Smartphone und Kamera geklaut wird, wen willst du dann neben dir stehen haben? Jemanden, der kurz richtig mit dir flucht, dir dann ein Bier ausgibt und den Tag trotzdem noch rockt oder den, der dir erstmal einen Vortrag darüber hält, dass Wertsachen am Strand nichts zu suchen haben, dir deinen Verlust auf den Cent ausrechnet und dir dann erklärt, dass Feiern jetzt bei dir finanziell wirklich nicht mehr drin ist? Richtig…

Ich hatte schon beides. Während ich in Irland bei 10 Grad und Regen, trotz Einbruch in unser Haus und begrenztem Budget eine super Zeit hatte, saß ich in Südostasien bei 30 Grad, strahlender Sonne ohne das irgendwas passiert wäre mit einer Person, die einfach vor allem Angst hatte. Einbrecher, Unfälle, Krankheiten. Der Urlaubsspaß war begrenzt.

9. Traue dich, Dinge alleine zu machen

Unabhängig davon, welcher Typ man ist, kann Reisen alleine eine tolle Erfahrung, oder eine Vollkatastrophe werden. Auf der einen Seite wird man selbstständiger, wächst über sich hinaus und lernt tolle neue Menschen kennen. Auf der anderen Seite muss man für Unterkunft & Co. meist mehr Geld einplanen, kann es passieren, dass man bei Problemen alleine dasteht und wenn man ganz viel Pech hat, lernt man doch keine Leute kennen, mit denen man auf einer Wellenlinie liegt.

Trotzdem: Wenn gerade nicht die richtigen Leute da sind, traue dich trotzdem alleine zu verreisen. Dann aber richtig. Du hast Lust einen Surfkurs zu machen, einen Vulkan zu besteigen oder einfach nur faul am Pool zu liegen? Tu es. Gerade jetzt musst du dich vor niemandem rechtfertigen und es nur dir selber Recht machen.

10. Abschalten

Nein, ich fange jetzt nicht mit Digital Detox Geschwafel an (vor allem deshalb nicht, weil ich die erste bin, die im Urlaubsland auf der Suche nach Wifi ist). Was ich meine ist: Egal wo die Reise hingeht, egal ob reiner Strandurlaub, Abenteuerreise oder Städtetrip gilt: Probleme, Stress, negative Gedanken: Alles das sollte zu Hause bleiben. Immer bevor ich in ein Flugzeug steige, lege ich einen Schalter um, der alles ausschaltet, was ich nicht mitnehmen will.

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1 comment

  1. Nicht jeder kann mehrere Monate durch die Welt reisen. Die Arbeit erlaubt meist nur viel kürzere Touren. Da bin ich wohl Mainstream-Reisender. Der Urlaub soll auch etwas Erholung bieten. Da mag ich eine abwechslungsreiche Kombination der Quartiere von Pensionen bis zum eleganten Hotel.
    Deine verschiedenen Tipps hier, was vorab zu bedenken ist, sind aber sicherlich für jeden Reisenden hilfreich.
    Viele Grüße, Peter

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