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Gedanken

2017 – Changes

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Ist so ein Resumee, ein Rückblick auf das vergangene Jahr wirklich notwendig? Müssen wir alle am Ende des Jahres so bedeutungsschwer nach hinten schauen? Und nutzt nicht jeder das Ende des Jahres, um einige mehr oder weniger wichtige Worte von sich zu geben, die dann doch bedeutungslos im Nichts verpuffen? Vielleicht. In diesem Jahr könnte es für mich jedoch keinen passenderen Zeitpunkt geben.

Das hier ist gleichzeitig auch mein erster Jahresrückblick. In den vergangenen Jahren habe ich mir Gedanken gemacht, im privaten, ganz für mich. Und wieder vergessen, weil solche Gedanken nicht immer die bequemsten sind. In der eigenen Comfort Zone verziehen, dass ist dagegen relativ easy. Nicht so dieses Jahr. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum ich für mein wichtigstes Learning aus 2017 etwas mehr zurückgehen muss, als bis zum Jahresanfang.

2017 hat alles verändert. Und am meisten mich selbst.

2017 war ein tolles Jahr. Am Anfang des Jahres standen einige immateriellen Wünsche, die ich mir, für mich persönlich, erfüllen konnte. (Ok, bis auf Sache mit dem Sport lassen wir vielleicht mal unter den Teppich fallen.) Und trotzdem wurde das Jahr anders als gedacht. In so vieler Hinsicht.

2017 ist mir zum ersten Mal klar geworden, dass wir nicht ewig Zeit haben. Das sagt sich genau so einfach wie „You only live once“ und ist ziemlich offensichtlich. Aber näher darüber nachzudenken, das vermeiden wir meistens. Denn das ist irgendwie ziemlich unbequem. Ich bin noch jung und man sollte meinen, ich habe noch alle Zeit der Welt. Aber so ganz genau können wir das nicht sagen. Im vergangen Jahr habe ich zum ersten Mal deutlich gespürt, dass ich altere. Dass mein Umfeld altert. Sehe, dass Menschen, die mich seit meiner Geburt begleiten, älter werden. Einige keinen 10 Jahresplan mehr brauchen. Das ist hart. Und gleichzeitig Realität. Mit steigendem Alter müssen wir uns von immer mehr Menschen verabschieden. Ich bin noch jung, aber die Zahl derer, die nicht mehr da sind steigt. Und nicht alle davon hatten das Glück überhaupt richtig alt zu werden. Auch das ist Realität. Und neben aller (Hoch)Sensibilität und Verlustängsten, die es mir vielleicht schwerer, vielleicht auch weniger schwer machen, mit dieser Realität klarzukommen, habe ich vor allem eine Konsequenz daraus gezogen, die so offensichtlich ist, dass es mich wundert, dass ich überhaupt 27 Jahre gebraucht habe, um sie zu ziehen:

Ich habe nur ein Leben. Es ist zeitlich begrenzt. Und ich spiele die Hauptrolle darin. Und niemand außer mir ist dafür verantwortlich, dass es am Ende ein Film wird, der mir gefällt.

Bis 2016 folgte ich einem Trott. Schule, Abitur, Studium. Ich tat das, von dem ich dachte, es wäre „angebracht“. Oder „sinnvoll“. Irgendwie schien es mir angebracht zu studieren, wo ich schon einmal die Möglichkeit hatte. Mein Bachelorstudium war abwechslungsreich und hat mich persönlich und auch inhaltlich weitergebracht, weshalb ich auch diese Entscheidung nicht bereue. Anders sieht es mit meinem Masterstudium aus. Aber auch das habe ich erfolgreich beendet.

Wer bin ich? Und was will ich eigentlich?

Und hier bin ich wieder am Anfang von 2017 angekommen. Da stand ich, am Ende meiner, eigentlich sehr guten, Ausbildung. Und hatte absolut keine Ahnung, was ich damit eigentlich anfangen sollte. Zum ersten Mal gab es keinen offensichtlichen nächsten Schritt der folgte, denn ich hatte so viele Optionen. Vielleicht ist es ein bisschen wie mit einer Beziehung. Hält man sich alle Optionen offen, steht man am Ende alleine da.

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Das bisschen Arbeit kann doch so schwer nicht sein! 

Und dann wurde mir klar: Da ist noch mehr!

Das mag alles nicht sonderlich tragisch klingen. Abgesehen davon, dass es das für mich jedoch tatsächlich eine absolute Katastrophe war, hatte es aber auch einen krassen Effekt: Ich stellte alles in Frage. Und meine Lebensziele und Prioritäten änderten sich schlagartig.

Die Summe, die mir die Dame als Gehalt nannte war nicht hoch, sondern knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn. Ohne Unterstützung könnte ich damit meine laufenden Kosten decken. Aber das nur knapp. Für einen Job, in dem ich vermutlich nur das abgearbeitet hätte, was sonst niemand machen wollte. Erzähle ich die Story jemandem, höre ich, dass ich irgendwann meinen Traumjob finde. Nur nicht aufgeben soll.

Aber die Wahrheit ist aber: Ich habe keine Lust mehr. Ich mag die Stunden gar nicht mehr zählen die im letzten Jahr mit diesen Dingen verschwendet habe. Auch aus einem Mix aus Freelance, Bloggen und Kellnern werde ich nicht reich. Dafür arbeite ich selbstbestimmt. Und mindestens genauso wichtig: Ich kann mich weiterbilden. Anstatt monotoner Fließbandarbeit kann und muss ich mich in allen Bereichen, die meine Arbeit tangieren weiterbilden. Und vielleicht habe ich ja genau dafür studiert.

Heute weiß ich: Wäre ich Anfang des Jahres, so wie eigentlich immer geplant, in einem großen Unternehmen eingestiegen, würde ich weiterhin mit Scheukappen durchs Leben laufen. Ich würde ein Unternehmen kennen und weiter an meinem Aufstieg arbeiten. Wohin auch immer.

Jetzt bin ich, was meinen Job angeht, frei. Scheiße auf die angebliche Lücke im Lebenslauf, die ja auch nur so lange eine ist, wie ich das erlaube. Das Gefühl ist wunderbar. Es bedeutet, dass ich Freiheiten habe. Von überall aus arbeiten kann. Und auch, dass ich die Möglichkeit habe, mir meine Aufträge auszusuchen. Zumindest theoretisch. Es heißt jedoch auch, dass ich darauf angewiesen bin genug zu verdienen, um meine Miete und mein Essen zu zahlen. Und nicht nur das. Auch Versicherungen, Altersvorsorge und ein kleines Polster für Notfälle muss ich zurücklegen. Ich muss neu kalkulieren und mit einem gewissen Risiko, dass ich als Angestellte nicht hätte, leben. Und trotz allem werde ich auch 2018 nicht im Reichtum leben. Muss damit leben, dass viele in meinem Umfeld mehr Geld zur Verfügung haben werden. Ich will nicht lügen: Obwohl ich mir mit der Selbstständigkeit einen eigenen Traum erfülle, sehe ich anderen dabei zu, wie sie Häuser bauen, Kinder kriegen und ein Leben aufbauen, während ich an ganz anderen Baustellen herumwerkel.

Und da mir das von Anfang an so klar war habe ich es eigentlich nie in Erwägung gezogen. Bis ich einfach keine andere Möglichkeit mehr hatte. Und vielleicht brauchte ich genau das.

Schreiben – Von der Selbsttherapie zum Hobby zum Job

Ich habe viel darüber geschrieben, dass mir dieser Blog und alles was dazu gehört, geholfen hat, mich selbst zu finden. Mich verändert hat. Mich angreifbar und auch stärker zugleich macht. Und obwohl ich es lange nicht so gesehen habe ist dieser Blog auch mein Job und trägt dazu bei, dass ich am Ende des Monats meine Miete zahlen und mir einige kleine oder größere Wünsche erfüllen kann. Und das stellt mich vor immer größere Herausforderungen. Denn Bilder, Texte und alles das, was im Hintergrund läuft sind somit nicht mehr nur Spaß, sondern auch Job.

2018 werde ich weiter bloggen. Parallel werde ich meine Freelancer Tätigkeit in Form von Social Media Beratung ausbauen. Und wenn eine passende Festanstellung kommt, werde ich sie annehmen. Denn ich glaube immer noch fest daran, dass es Jobs gibt, in denen man nicht nur ausgenutzt wird, sondern sich auch als Person weiterentwickeln kann. Wer weiß.

2018 wird für mich herausfordernd sein und ich werde sicherlich auf Kritik stoßen. Auf Menschen, die mir sagen, dass das alles scheiße ist, mein Studium nichts wert. Menschen die neidisch sind und Menschen die mich wirklich für unfähig halten. Und da ich werde es auch 2018 nicht schaffen sie immer voneinander zu unterscheiden. Es werden mich niemals alle Menschen mögen können. Wichtig ist unterm Strich, dass ich mich selber mag. Ein weiteres Learining, das eigentlich offensichtlich ist. Ich bin nicht perfekt. Ich sage viel zu lange nichts und dann auf einmal viel zu viel. Stehe mir selbst im Weg. Und egal was ich mache, ich werde es niemals allen Recht machen können. Aber kann immer mein bestes geben.

Und dennoch bin ich es Leid über den perfekten Lebenslauf zu sinnieren. Kann mich nicht mehr nur über meinen Job definieren und werde es auch nicht mehr tun. Warum ich mit meinem Studium „nichts“ anfange? Genau deshalb:

Der Sinn des Lebens, ist zu leben.

Und genau das ist mein Vorsatz für 2018.

Happy New Year! 

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13 Comments

  • Reply Franzi

    Wow Jana! So toll geschrieben, so wahre Worte. Ich finde es super, dass du das mit uns teilst. Ich war dieses Jahr in genau der gleichen Situation was den Job angeht. Dein Entschluss ist mutig. Und richtig.

    Ich wünsche dir für 2018 nur das Beste.
    Liebe Grüße

    31. Dezember 2017 at 17:30
    • Reply Jana Kalea

      Vielen Dank. Das wünsche ich dir auch. ❤️

      2. Januar 2018 at 16:04
  • Reply Jasmin

    Hallo, liebe Jana,
    ich lese so gerne diese Jahresrückblicke.
    Ich glaube, dass diese ohnehin entschleunigte, magische Zeit zwischen den Jahren perfekt dazu einläd, sich Gedanken über das vergangene und das kommende Jahr zu machen- dies geht nämlich im Alltagstrott zu leicht unter, denn wann gönnen wir uns den Luxus über Ziele und Etappen zu reflektieren?
    Ich finde deine Entscheidung was dein Berufliches Leben angeht mutig und bewundernswert und wünsche dir alles erdenklich gute im neuen Jahr 2018.
    Liebste Grüße
    Jasmin

    1. Januar 2018 at 14:16
    • Reply Jana Kalea

      Vielen Dank. Da hast du absolut Recht. Und reflektieren ist so wichtig. Vielen Dank für das Kompliment. Mutig vielleicht auch, weil es einfach nicht viele andere Optionen gab. 😉

      2. Januar 2018 at 16:05
  • Reply Conchita

    Ein wirklich schöner Beitrag und Einblick in Dein Leben 2017.
    Mach es auf jeden Fall wie Du es Dir vorgestellt hast Jobtechnisch! Ich habe mich mit Anfang 20 in ein duales Studium,. die Beamtenlaufbahn quatschen lassen und das hat meinem Sicherheitsbedürfnis gut getan. Die Erfüllung war es allerdings viele, viele Jahre nicht. Ich habe gutes Geld verdient, hatte aber nie die Stelle die mir auch wirklich Spaß macht (abgesehen von einer kurzen Weile von 3 Jahren 1999 – 2002 zur Elternzeit). Erst jetzt, mit Mitte 40 kann ich sagen, dass ich seit 1,5 Jahren das mache was ich wirklich möchte und eine Perspektive habe. Das hätte ich auch schon früher haben können, wenn ich nicht so pragmatisch gewesen wäre.
    Von daher, mach auf jeden Fall weiter so, denn die wichtigste Erkenntnis hast Du getroffen, wir leben alle nur genau 1 x und bekommen keine weitere Chance darauf glücklich zu sein.

    1. Januar 2018 at 20:25
    • Reply Jana Kalea

      Das freut mich wirklich zu hören. Es ist irgendwie gar nicht so einfach, wenn man nach dem Studium entscheidet die Karriereleiter nicht auf dem straighten Weg weiter hinaufzuklettern. Und das obwohl es ja heißt, das meine Generation so offen und bestrebt nach Selbstverwirklichung ist. 🙂

      Sicherheit ist auf jeden Fall auch nicht nur schlecht, aber ich freue mich sehr für dich, dass du nun das tust, was du wirklich möchtest und wünsche dir für das nächste Jahr alles Gute und viel Erfolg. 🙂

      2. Januar 2018 at 16:08
  • Reply Menna

    Ein wirklich individueller Beitrag, der einem zum Nachdenken anregt. Du triffst mitig deine Entscheidungen und hast einen tollen Schreibstil. Ich wünsche dir alles Liebe und Gute nicht nur für’s neue Jahr, sondern auch für deine Zukunft, und vor allem in der Berufswelt. 🙂

    Grüße aus Wien, Menna von http://www.linesandrhymesuniverse.blogspot.com

    1. Januar 2018 at 20:37
    • Reply Jana Kalea

      Vielen Dank für deine lieben Worte. Ich wünsche dir für 2018 auch alles Gute. 🙂

      2. Januar 2018 at 16:09
  • Reply Primetime Chaos

    Jana ich finde deinen Blog und deine Inhalte super cool! Da ist das Freelancen einfach ein MUSS 😉 Und solange du glücklich bist, ist das alles das zählt. Probieren muss man alles mal, finde ich.
    Ich wünsch dir viel Erfolg und Energie für das neue Jahr!
    Alles Liebe, Theresa

    2. Januar 2018 at 0:13
    • Reply Jana Kalea

      Wow, vielen Dank für das Kompliment. ❤️ Ich wünsche dir für 2018 auch viel Erfolg und ein wunderschönes Jahr. 🙂

      2. Januar 2018 at 16:09
  • Reply Anja

    Hallo Jana,

    ich liebe Jahresrückblicke, denn ich kann soviel von dem Blogger erfahren.
    2017 hat mich auch verändert. Es hat sich im ersten Blick zum Negativen entwickelt, was sich jetzt erst langsam als Positiv herausstellt.

    Manchmal denken wir, warum und wozu alles, aber erst am Ende merken wir, das war genau richtig! 🙂

    Liebe Grüße, Anja
    http://www.loveanjalove.de

    2. Januar 2018 at 8:47
    • Reply Jana Kalea

      Da hast du wohl Recht. 🙂
      Liebe Grüße

      2. Januar 2018 at 16:09
  • Reply Janine

    Der Sinn des Lebens ist zu leben – das ist eine großartige Zusammenfassung zu einem wundervollen Beitrag. Das Leben stellt uns immer wieder vor Herausforderungen und du meisterst du bestimmt. Manchmal muss man durch härtere Zeiten um daraus gestärkt hervorzugehen. Schön und schade gleichzeitig, dass man sich irgendwann bewusst wird, dass das Leben nun mal endlich ist. Auch ich habe das durch Verluste auf die harte Weise gelernt. Wichtig ist aber, dass wir nicht zu viel auf die anderen achten, die gerade Kinder bekommen, oder einen anderen Lebensweg gehen. Jeder lebt sein eigenes Leben und auch die Zeit wird einmal kommen 🙂

    30. Januar 2018 at 17:10
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