Schreibworkshop: Mit Tullamore D.E.W. und Poetry Slam gegen Schreibblockaden

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Als ich die Einladung zu einem Schreibworkshop in meinen E-Mails fand, war direkt mein Interesse geweckt. Denn gerade in der zweiten Hälfte von 2018 war bei mir nicht gerade viel mit kreativem Schreiben. Viel zu oft saß ich vor einem geöffneten WordPress Editor, Word Sheet oder auch Notizbuch und schaffte es einfach nicht, irgendetwas zu Papier zu bringen. Auch wenn ich mittlerweile an die fünfzig Beitragsideen habe, die ich unbedingt noch fertigstellen möchte und ich wieder Freude am Schreiben habe, kenne ich das blöde Gefühl, wenn man etwas schreiben will oder muss, der Kopf aber leer ist und einfach keine passenden Sätze aufs Papier kommen, zu gut. Wie aber sollen Poetry Slam und Whiskey in so einer Situation helfen? Spannend, finde ich, sage zu und treffe mich mit sieben anderen Bloggern und Journalisten und dem bekannten Slam Poeten Florian Cieslik in Hamburg Ottensen, um dieser Frage auf den Grund zu gehen.

Schreibworkshop mit Tullamore D.E.W. – Über Poetry Slam und Schreibblockade

Aber was ist Poetry Slam eigentlich? Beim Poetry Slam werden selbstgeschriebene Texte innerhalb einer vorgegebenen Zeit einem Publikum präsentiert. Der Poetry Slammer steht dabei auf einer Bühne und konkurriert mit anderen Slammern. Am Ende wird, meist vom Publikum, ein Sieger gekürt. Poetry Slammer tragen ihre Texte nicht nur vor, sondern performen sie, wobei das in unterschiedlichste Richtungen gehen kann. Aber hört und seht selbst, zum Beispiel hier oder hier. Florian Cieslik, unser Coach für den Tag, ist einer der Stars der Poetry Slam Szene. Er wird uns heute einige Einblicke in das Slammen geben, uns das kreative Schreiben näher bringen und uns am Ende sogar dabei helfen, einen eigenen Poetry Slam zu schreiben.

Schreibworkshop mit Tullamore D.E.W. – An die Stifte, fertig, los!

Und dann geht es ans Schreiben. Wir sollen kreativ werden. Thema? Egal! Und das geht mit Hilfe von Übungen wie “Show don’t tell” (Umstände und Gefühle nicht betiteln, sondern beschreiben), “Führe einen Blinden” (eine Szenerie so beschreiben, als würden man einen Blinden führen) “Raus mit den Verben” (einen kompletten Text ohne Verben schreiben) oder “Übertreiben ist Pflicht” (eine Situation schildern und dabei maßlos übertreiben) sogar auf Knopfdruck.

Schließlich kommen wir zu unserem ersten eigenen Slam zum Thema: “Vielfalt”. Und los! Fünf Minuten lang schreiben wir herunter, was uns zum Thema Vielfalt einfällt. Erstaunlicher Weise ist das einiges. In der nächsten Übung sollen wir versuchen pro Satz immer acht Silben zu verwenden. Auch das ist gar nicht so schwer, wie zunächst gedacht. Und so schreiben wir, unterstützt von einem leckeren Tully Ginger, unsere eigenen Texte.

Schreibworkshop mit Tullamore D.E.W. – Nicht nur Schreiben, auch Performen!

Da Poetry Slam aber nicht nur Schreiben, sondern auch performen bedeutet, bekommen wir zum Ende von Florian noch ein wenig Performance- und Schauspielunterricht. Performen auf Bühnen ist tatsächlich eher etwas “out of my comfort zone”. Aber gerade deshalb kann ein wenig Nachhilfe nicht schaden. Übungen wie “Sprachdurchfall”, das Bilden von Wortketten oder einfach das gegenseitige beschimpfen mit Obst- und Gemüsenamen helfen locker zu werden. Auch Klassiker, wie beispielsweise Zungenbrecher aufsagen dürfen nicht fehlen. Und dann ist es soweit und wir tragen alle unseren ersten eigenen Slam vor. Meiner ist eher poetisch, aber dafür, dass ich ihn innerhalb von zwanzig Minuten geschrieben habe, finde ich meinen ersten Slam Versuch nicht schlecht.

Vielfalt- was ist das eigentlich? Vielfalt  ist kunterbunt. Wir alle sind bunte Vielfalt.
Das Mädchen auf dem Spielplatz, das lieber mit sich alleine spielt.
Die Jungen an der Rutsche, die leckere Sandkuchen essen.
Die Latte Macchiato Mums, die schnatternd daneben sitzen.
Die lustige Busfahrerin, die uns täglich durch die Stadt fährt und uns alle mit Namen kennt.
Der grimmige Kioskverkäufer, der nie ein Blatt vor den Mund nimmt.
Ohne Vielfalt wären die alle gleich. Gleich und eine graue Masse.
Hätten keine Persönlichkeit. Keine Individualität.
Unterschiede sind so wichtig.
Am Ende sind wir trotzdem gleich.
Viel gleicher als gedacht.
Gerade das macht Vielfalt vielleicht auch aus.

© Offenblende.de
© Offenblende.de

Schreibworkshop mit Tullamore D.E.W. – Und was hat nun ein irischer Whiskey damit zu tun?

Dass ein oder zwei Gläser Whiskey die Zunge lösen können, ist bekannt. Was aber hat Whiskey mit Poetry Slam und kreativem Schreiben zu tun? Mehr als zunächst gedacht! Denn Tullamore D.E.W.unterstützt seit 2013 die deutsche Poetry Slam Szene und begleitet bereits fast genau so lang das wohl bekannteste Poetry Slam Label “Kampf der Künste” aus Hamburg. Und das kommt nicht von irgendwo her, denn Literatur hat in Irland mindestens eine so lange Geschichte wie der Whiskey selbst. Und ich bin mir sicher, dass James Joyce, Oscar Wilde und Samuel Beckett das ein oder andere Glas Tullamore D.E.W. beim Schreiben ihrer Werke begleitet hat.

Apropos Literatur: Zum Ende des Workshops gab es für jeden Teilnehmer noch etwas ganz besonderes. Ein irisches Buch. Und zwar nicht einfach irgendeins, sondern für jeden Teilnehmer ein individuell ausgesuchtes. Und spätestens da bin ich gedanklich in Irland, denke an viele grüne Wiesen, Schafe und an whiskeytrinkende Iren in Pubs. Ich muss dringend mal wieder nach Irland.

Übrigens noch eine Empfehlung, die ich nicht aus dem Schreibworkshop, sondern aus meinem Auslandssemester, das ich vor einigen Jahren in Irland verbracht habe, mitgenommen habe: Falls ihr mal auf der grünen Insel seid, schaut unbedingt in Tullamore vorbei. In dem kleinen Städtchen, das etwa eine Autostunde von Dublin entfernt liegt, ist das zu Hause des gleichnamigen Whiskeys und ihr könnt nicht nur die Distellery besuchen und alles über die Entstehung und Geschichte erfahren, sondern auch ein Whiskey Tasting machen oder sogar euren eigenen Whiskey destillieren.

Erzählt doch mal: Wie geht ihr mit Schreibblockaden um? Und was haltet ihr von Poetry Slam? Und wart ihr vielleicht sogar schon einmal selbst in Tullamore oder Irland?

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9 comments

  1. Liebe Jana,

    dein Beitrag weckt gerade totale Irland Sehnsucht in mir. Ich war mit Erasmus ein Semester in Cork und es war eine tolle Zeit! Die Iren sind wirklich ganz besondere Menschen. Ich war auch viel zu lange nicht mehr da.

    1. Wi e schön. Mein Auslandssemester in Dublin gehört auch definitiv zu meinen schönsten Erinnerungen. Und Cork ist auch eine tolle Stadt. Hach… ich habe wirklich Irland Heimweh. ❤️

  2. Poetry Spams sind super. Wir in meiner Schule haben in der unverbindlichen Übung Begabtenförderung bereits zwei Slams abgehalten. Der Schreibprozess war unglaublich interessant und die Kids, die am Anfang nicht mal wussten, worüber sie schreiben sollten, haben Texte verfasst, da sind mir die Tränen gekommen.
    LG
    Carina

    1. Klingt echt spannend! Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich üüüüberhaupt nicht der Poetry Slam Typ bin. Ich finde sie super spannend und höre sie mir gerne an, aber dieses Vortragen auf der Bühne ist einfach nicht meins und ich glaube gerade als Schulkind wäre das für mich der absolute Horror gewesen. 🙈 Trotzdem toll wenn Kinder Spaß daran haben und es hilft sicherlich, um zu lernen aus sich heraus zu kommen.

  3. Oh wie toll, ich wäre wohl genauso Feuer und Flamme wenn ich sowas in meinem Posteingang finde. Unabhängig von dem Schreibworkshop bin ich gerade total an getan von der Einrichtung wo dieser Workshop stattfand. Einfach toll und genau mein Geschmack.

    Alles Liebe,
    Julia

    1. Stimmt, die Einrichtung ist wirklich der Hammer! Ich kannte die Location schon vorher und fand sie super passend. Sie heißt übrigens Freifeld und ist in Hamburg Ottensen, falls du mal eine Event Location suchen solltest 🙂

  4. Oh, so ein Schreibworkshop wäre auch mal etwas für mich. Einfach aus Interesse – nicht unbedingt, weil ich Probleme hätte, etwas auf Papier zu bringen. Und dann noch in Zusammenhang mit Irland und einem tollen Whiskey. Bin gerade ein wenig neidisch.
    LiebGruß
    Sandra

    1. So ein Workshop ist auch ganz ohne Schreibblockaden toll. 🙂 Ich fand es super interessant, was wir so alles zu Papier gebracht haben.

  5. Das klingt nach einer tollen Erfahrung. Ich schreibe gerne, es wäre für mich allerdings Horror mich mit meinen Texten auf eine Bühne stellen zu müssen. Da verstecke ich mich lieber hinter WordPress 😉 Obwohl, wer weiß, nach ein bisschen Whiskey =)
    Schreibblockaden habe ich natürlich auch manchmal und leider noch keine richtige Strategie damit umzugehen. Normalerweise versuche ich etwas andere zu tun oder zu lesen um dann wieder mit neuer Kraft und Inspiration an die Sache ran gehen zu können. Manchmal mehr, manchmal weniger erfolgreich…

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