Ein Wochenende in Köln – Ein City Trip Travel Guide inkl. Insidertipps

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Immer wieder bekomme ich Fragen zu Köln gestellt und jedes Mal, wenn ich meine Familie besuche, nehme ich mir vor genügend Material für einen Beitrag zusammenzustellen. Und das heißt, dass ich am liebsten in jedem Café, dass ich euch im folgenden vorstelle, mindestens zwei Bilder schießen möchte, jede Straße fotografisch ablichten möchte und natürlich auch keine Fototour durch alle Hotspots dürfte eigentlich nicht fehlen.

Aber ganz ehrlich: Wenn ich mal in der Stadt bin und es zwischen Familie und Arbeit in die City schaffe, bin ich ganz froh, wenn ich Zeit habe, eine Freundin auf einen Kaffee oder zum Lunch zu treffen. Und gerade dann, lege ich Kamera und iPhone auch gerne mal zur Seite. Trotzdem gibt es so viele tolle Spots, die ich in der City kenne und euch nicht vorenthalten möchte. Deshalb muss ich meinen Perfektionsanspruch kurz zur Seite legen und stelle euch alle meine Must Do’s in diesem Beitrag, verpackt in: Ein Wochenende in Köln – Ein City Trip Travel Guide inkl. Insidertipps.

Fragt man die Kölner, ist ihre Stadt definitiv die schönste in Deutschland; wenn nicht sogar der Welt. Objektiv betrachtet kann man das vielleicht auch anders sehen. Die Mentalität und Lebensfreude der Kölner ist jedoch einmalig und ich vermisse die rheinische Art, das Leben zu nehmen im Norden doch hin und wieder ein bisschen. Und um diese Art wirklich kennenzulernen, ist der beste Tipp: Sich einfach treiben lassen.

Ein Wochenende in Köln – Freitag

Um einen ersten Eindruck von der Dommetrompole und Karnevalshochburg zu bekommen, bietet sich direkt nach Ankunft ein Bummel durch die Innenstadt an. Das praktische: Das Gebiet bestehend aus Neustadt, Altstadt und Deutz (auf der anderen Rheinseite) lässt sich entspannt zu Fuß erkunden.

Wir starten am Hauptbahnhof. Von dort kaum zu übersehen: Der Kölner Dom. Das 157 Meter hohe Wahrzeichen der Stadt ist die dritthöchste Kirche Europas und von fast überall in der Stadt zu sehen. Und deshalb gilt in Köln: Home is where the Dom is! Der Dom ist immer gut besucht. Ein Blick in das Innere lohnt sich aber trotzdem. Der Eintritt ist kostenlos. Für die Besichtigung der Schatzkammer und den Aufstieg auf den Turm muss man jedoch zahlen. Insbesondere der Aufstieg lohnt sich trotzdem. Je nach Jahreszeit variieren die Öffnungszeiten. Mehr Infos findet ihr hier.

Funfact: Der Bau des Kölner Doms begann übrigens bereits im 12. Jahrhundert. Fertiggestellt wurde er erst 1880. Und trotz der 600 Jahr Bauzeit, ist eigentlich immer irgendwo ein Gerüst an der Außenwand des Domes zu sehen. So ganz fertig ist er eben doch nie!

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Quer über die Domplatte geht es danach Richtung Hohenzollernbrücke. Die Eisenbahn- und Fußgängerbrücke führt nach Deutz und ist mit Abstand die bekannteste  Liebesschlossbrücke Deutschlands. Tausende Paare haben sich hier verewigt. Die Schlösser symbolisieren ewige Liebe und die Schlüssel werden traditionell im Rhein versenkt. Wobei traditionell Auslegungssache ist, denn tatsächlich gibt es den Brauch erst seit 2008. Wie viele der Paare seitdem doch noch einen Zweitschlüssel in der Tasche hatten ist unklar. 🙂 Sicher ist jedoch: Die Hohenzollernbrücke ist auf jeden Fall einen Besuch wert und sowohl von der rechten, als auch der linken Rheinseite ein tolles Fotomotiv.

Insider Tipp 1: Ganz besonders schön ist es, von hier den Sonnenuntergang zu beobachten. Wenn die Sonne hinter dem Dom untergeht, ist die Stimmung wirklich einmalig. Das geht entweder vom Rheinboulevard aus, oder vom LVR Turm, der sich direkt neben der Hohenzollern Brücke befindet. Er ist 103 Meter hoch und bietet von seiner Aussichtsplattform einen 360°-Blick über den Rhein und die City. 3€ p.P/ je nach Jahreszeit bis 20 oder 23 Uhr.

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Wer nach all der Romantik Hunger bekommen hat, kann nach dem Überqueren der Brücke im Deutzer Brauhaus, das sich direkt im Bahnhof am Ende der Brücke befindet, einkehren. Alternativ geht es zurück über die Deutzer Brücke, links vorbei am Kölner Dom und in die Kölner Altstadt- Nord.

Große Teile der Altstadt wurden im zweiten Weltkrieg leider zerstört. Die kleinen Gassen, die bunten Hausfassaden und die vielen Restaurants, Brauhäuser und Kneipen haben trotzdem einen ganz besonderen Charme. Der Heumarkt und der Alter Markt sind darüber hinaus ganz besonders zur Karnevals- und Weihnachtsmarktzeit das Zentrum der Stadt. Hier lässt sich der Tag mit dem ein oder anderen Kölsch gut zu Ende bringen.

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Ein Wochenende in Köln – Samstag

Wir starten den Samstag mit einem Highlight für alle Shopping- Bummel und Schlenderfans und schauen uns den Stadtteile Ehrenfeld (alternativ Severinsviertel) und das Belgische Viertel an. Beide gehören zu den absoluten Trendstadtteilen der Stadt und sind aus Hamburger Augen etwa mit der Schanze oder St. Pauli zu vergleichen.

Das Belgische Viertel ist Teil der Neustadt Nord und eine der teuersten Wohngegenden der Stadt. Vor allem Studenten und junge Menschen zieht es dort hin, weshalb gerade am Wochenende hier richtig viel los ist. Rund um den Brüsseler Platz tobt das Leben, aber auch sonst finden sich an jeder Ecke Cafés, Bars und mehr. Zum Frühstücken empfehle ich hier das Café Spatz, das hommage Café oder eines der bekanntesten Cafés auf Instagram: Das Café Buur.

Auch shoppingtechnisch hat das Belgische Viertel einiges zu bieten. Gefühlt wöchentlich eröffnet hier eine neue Boutique. Weiter gehts, zu Fuß oder mit der Bahn nach Ehrenfeld. Vor einigen Jahren eher verrufen – heute absolutes In-Viertel. In der Venloer Straße und den Nebenstraßen gibt es viele Shops, Boutiquen und Cafés zu entdecken.

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Insider Tipp 2: Wer weniger Lust auf trendige Hipsterviertel hat, dem empfehle ich das Sverinsviertel. Es gilt als eines der kölschesten Viertel der Stadt. Rund um die Severinstraße finden sich viele Cafés, Shops, Touristen und Einheimische. Weitere Sehenswürdigkeiten im Severinsviertel: Die Kartäuserkirche, die Ulrepforte und die ehemalige Serverinstorburg.

Wer sich für Ehrenfeld entschieden hat, steigt in die Linie 4 und fährt ab Venloer Straße bis zur Serverinstraße. Wer bereits im Severinsviertel ist, läuft Richtung Wasser, vorbei an den Kranhäusern und dem Rheinauhafen, bis zum  Schokoladenmuseum. Ein Highlight, nicht nur für Schokoladenfans!

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Wie beendet man einen Tag in Köln stilecht? Richtig! Mit einer Brauhaustour! Entweder man sucht sich einen eigenen Brauhausfavouriten oder bucht eine Tour. Bei der Brauhaustour inkl. Kölsch & Diplom lernt man zum Beispiel direkt vier Brauhäuser kennen und erfährt nebenher noch allerlei wissenswertes über die Kölsch, die Stadt und ihre Traditionen.

Ein Wochenende in Köln – Sonntag

Den Sonntag startet man am besten mit einem ausgiebigen Frühstück. Wer das nicht im Hotel genießen möchte, dem empfehle ich das The Great Berry (Smoothie Bowls!) oder The Coffee Gang.

Nach den Erlebnissen der letzten beiden Tage steht für den Sonntag Entspannung auf dem Programm. Und wie könnte das besser gehen, als an Bord eines Schiffes? Nach dem Frühstück (und evtl. dem Hotel Check Out) geht es Richtung Rhein. Von hier starten die Köln Düsseldorfer zur Panorama-Bootstour über den Rhein. Vom Wasser bekommt man noch einmal einen ganz anderen Blick auf die Stadt.

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Ein Wochenende in Köln – Insidertipps

Einige Insidertipps habe ich euch schon im Text verraten. Hier kommen noch drei weitere, die das perfekte Wochenende in Köln ergänzen oder verlängern können.

Insidertipp 3: Viel Natur mitten in der Stadt gibt es in der Flora. In dem botanischen Garten findet man verschiedenste Gärten, tausende Blumen, Gewächshäuser und vieles mehr. Der Eintritt ist komplett frei.

Insidertipp 4: Wenn man, so wie ich, in Hamburg lebt, ist man stadtstrandmäßig etwas verwöhnt. In der Innenstadt können die Ufer des Rheins leider einfach nicht mit dem Elbufer mithalten. Aber auch am Rhein gibts schöne Ecken. Zum Beispiel die “Kölsche Reviera” am Rheinkilometer 683 in Rodenkirchen. Aber Achtung: Im Rhein schwimmen ist zwar offiziell nicht verboten, aber aufgrund der Strömung wirklich gefährlich! Dafür lieber ab an den Blackfood Beach, den Stadtstrand am Fühlinger See auf der anderen Seite der Rheinmetropole.

Insidertipp 5: Köln und der Karneval gehören untrennbar zusammen, weshalb es “Insider Tipp” wahrscheinlich die falsche Bezeichnung ist. Es gibt wohl kein Fest, dass die Menschen außerhalb des Rheinlandes so spaltet, wie Karneval. Und auch wenn es sich für viele irgendwo zwischen Mallorca Party und Aprés Ski ansiedelt, steckt für jeden echten Kölner viel mehr dahinter. Wer die rheinische Mentalität wirklich verstehen will und die Möglichkeit hat, sollte sich die jecken Tage nicht entgehen lassen. Am besten mit dem ein oder anderen Kölsch in einer original kölschen Kneipe anstatt dort, wo sich die Touristenmassen und Feierwütigen treffen. Wie man die findet? Einfach treiben lassen! Und das wäre dann wieder ein richtiger Insider Tipp. 😉

Ein Wochenende in Köln – Hotels und Unterkünfte in Köln

Die Innenstadt von Köln ist übersichtlich und um alle Sehenswürdigkeiten und Tipps in der City problemlos zu erreichen, sucht ihr euch am besten eine zentrale Unterkunft in der Stadt. Die Auswahl an Hotels, Hostels und anderen Unterkünften ist groß. Hier eine Auswahl meiner Empfehlungen:

Günstig & Gut

Die Wohngemeinschaft

Mittlerer Standart

25 Hours Hotel

Teuer & Luxuriös

Savoy Hotel

Hyatt Regency Köln

Excelsior Hotel Ernst

Ein Wochenende in Köln – Hin und Herumkommen

Hinkommen: Köln verfügt sowohl über einen Flughafen (Airport Köln Bonn), mehrere Fernverkehrsbahnhöfe (Köln Hauptbahnhof, Köln Messe Deutz) und ist gut an das Autobahnnetz angeschlossen. Mit der Bahn bekommt ihr mit etwas Glück Tickets ab etwa 19€ pro Person und Stecke; Flüge aus anderen deutschen Großstädten gibt es oftmals für einen ähnlichen Preis.

Herumkommen: Die Straßen in Köln sind voll und gerade in der Innenstadt hat man manchmal das Gefühl, dass man auf mindestens genau so viele Baustellen, wie Autos stößt. Am besten kommt man in Köln mit den Straßenbahnen der KVB von A nach B. Das Strecken- und Preissystem ist relativ übersichtlich. Innerhalb Kölns braucht ihr in den meisten Fällen entweder ein Kurzstreckenticket (1,00€) oder ein Ticket der Preisstufe 1b (3,00€). Alternativ gibt es auch Tages- oder Wochentickets oder die KölnCard, die nicht nur für den öffentlichen Nahverkehr gilt, sondern auch Rabatte für Museen und anderen Sehenswürdigkeiten enthält. Mehr Infos gibts bei der KVB Köln.

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Wie wäre es mit einem City Trip in eine andere deutsche Stadt? Ein paar Inspirationen findet ihr in der Deutschland Kategorie.

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7 comments

    1. Liebe Lena,

      freut mich, dass dir der Artikel gefällt. Da hast du natürlich völlig Recht. Habe es direkt mal im Text berichtigt.

      Liebe Grüße
      Jana

  1. Liebe Jana,

    was für ein toller Bericht aus meiner alten Wahlheimat! Da bekomme ich fast ein bisschen Heimweh. Danke für den bittersüßen Herzschmerzmoment!

    Lg
    Anni

  2. Ein wirklich toll recherchierter Beitrag. Ich war schon seit einer Ewigkeit nicht mehr in Köln. Das könnte man wirklich wieder mal machen. Von uns fährt man ja nicht ja lang!

    Lg
    Steffi

  3. Meine Tochter und mich zieht es nächste Woche nach Köln, deshalb habe ich deine Tipps eben ganz besonders interessiert gelesen. Ich bin schon gespannt, was wir dort alles erleben werden! Der Dom und die Flora stehen auf meiner Liste!

    Liebe Grüße
    Jana von Simplyjaimee.de

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