Spargel Steinpilz Risotto

Spargel Steinpilz Risotto

Meine Fähigkeiten am Herd sind eher durchschnittlich. Das liegt vor allem daran, dass ich gutes Essen zwar liebe, meist aber viel zu faul zum kochen bin. Klar, einige Nudelrezepte, Aufläufe, Salate & Co. habe ich drauf und im Alltag schaffe ich es auch meistens mich abwechslungsreich und gesund zu ernähren.

Wenn ich jedoch Lust auf ein aufwendigeres Gericht habe, läuft das bei mir meistens so: Ich habe einen freien Tag und viel Zeit. Ich bekomme Lust, mal etwas richtig krasses zu kochen. Ich wälze sämtliche Kochbücher und suche mir allerlei interessante Rezepte raus. Ich denke: “Hmm, ob das wirklich so umsetzbar ist? Ich schaue lieber kurz online nach, ob es zu diesen Rezepten schon Erfahrungsberichte gibt.” Ich bin eine Stunde auf Chefkoch unterwegs und suche nach Rezeptalternativen. Irgendwie ist das, was im Kochbuch steht aber nicht 1/1 bei Chefkoch und etwas anderes will ich jetzt nicht mehr. Ich treffe eine finale Entscheidung. Ich schreibe eine Einkaufsliste und laufe zum Supermarkt. Dort lasse ich sehr viel Geld für Gewürze und Zutaten, die ich vorher noch gar nicht kannte, oder zumindest noch nie benutzt habe. Zu Hause angekommen bereite ich, hochmotiviert, die Küche vor und fange an. Da ich das mit dem Multi Tasking immer noch nicht so drauf habe, wird es ab der dritten parallel ablaufenden Tätigkeit wirklich schwierig für mich. Die Gefahr, dass etwas überkocht, anbrennt oder einfach versehentlich im Müll landet ist also sehr groß. Damit nicht gleich alles drei passiert, muss ich mich sehr konzentrieren. Nach zwei Stunden in der Küche ist es dann geschafft: Mein Werk ist vollendet.

Da das Kochen so lange gedauert hat und mein Hunger so groß war, habe ich einen nicht zu verachtenden Teil der Kochzutaten bereits im Rohzustand gegessen. Viel Hunger habe ich also nicht mehr. Ich esse schnell noch ein paar Happen, dann muss ich die Küche aufräumen, da der Tag auch schon wieder fast um ist. Insgesamt ist das Essen zwar nicht schlecht, aber rechtfertigt den Aufwand irgendwie auch nicht.

Risotto bildet dabei eine wirklich erfreuliche Ausnahme: Trotz relativ zeitaufwendigerer Produktion und Inhalten, die man vielleicht nicht immer in der heimischen Küche hat, koche ich gerne Risotto. Das liegt vor allem an der wirklich einfachen Zubereitung. Und an dem meditativen Rühren bei der Herstellung.

Für 2 Personen als Hauptspeise (oder für 4 Personen als Zwischengang) braucht ihr:

200g Risotto Reis
1/8 Liter Weißwein
1 Zwiebel
1 Liter Gemüsebrühe
5 Esslöffel Butter
3 Esslöffel Parmesan
0,5g Safran
Salz & Pfeffer
1 Bund grüner Spargel
Steinpilze (getrocknet: 25g; frisch: 250g)

Zunächst 1 Liter Gemüsebrühe in einem kleinen Topf vorbereiten. Steinpilze gibt es nur wenige Wochen im Jahr wirklich frisch (und diese Wochen decken sich nicht mit den Wochen für frischen Spargel), daher muss man im Zweifelsfall auf getrocknete zurückgreifen. Diese sind bei Rewe und Edeka im Sortiment und bestimmt auch in anderen Supermärkten erhältlich. Getrocknete Pilze müssen meist eine halbe Stunde in Wasser eingelegt werden. Dazu wäre es nun an der Zeit. Frische Steinpilze alternativ putzen und in passende Stückchen schneiden. Den Spargel waschen, den unteren Teil schälen oder abschneiden. Zwiebel in kleine Würfel schneiden.

3 Esslöffel Butter in einer großen Pfanne erwärmen, Zwiebel in der Butter glasig braten. Dann Risottoreis dazugeben und so lange auf niedriger Temperatur in der Butter schwitzen lassen, bis auch der Reis eine leichte Glasigkeit angenommen hat.

Das Butter-Zwiebel-Reis-Gemisch mit dem gesamten Weißwein und einer Suppenkelle der Brühe aufgießen und kochen lassen. Warten bis die Flüssigkeit von Reis aufgenommen wird. Wichtig dabei: Immer wieder rühren. Rühren, rühren, rühren. Risotto ist kein Gericht, dass sich von alleine kocht. Aber irgendwann kommt man in den Rührflow und dann macht es wirklich Spaß. 🙂 Wenn die Flüssigkeit von dem Reis aufgenommen wurde, einfach eine neue Kelle der Brühe hinzugeben. Und dann wieder: Rühren. Das Ganze macht ihr so lange, bis kaum noch Brühe vorhanden ist.

In den Risotto-Rührpausen Pilze und Spargel in gesonderten Töpfen kochen. Beide ungefähr 10 Minuten, wobei die Pilze (sehr pflegeleicht) nur Wasser brauchen. Zu dem Spargelwasser kommt ein Teelöffelchen Salz, eine Prise Zucker und ein kleines bisschen Butter. Wer will kann den Spargel alternativ auch braten.

Zurück zum Risotto: Zwischendurch könnt ihr schon einmal ordentlich salzen und pfeffern. Mit dem letzten Brühelöffel kommt dann der Safran zum Einsatz. Erneut: Gut durchrühren. Idealerweise sollten nun 35- 40 Minuten vergangen sein. Wenn das Risotto noch ein bisschen zu bissfest ist, einfach noch ein bisschen Brühe oder Wasser nachgeben und weiter rühren. Wenn alles soweit zur Zufriedenheit ist, kommen die restliche Butter und der Parmesan hinzu und das Risotto gewinnt noch einmal an Schlotzigkeit (und Kalorien).

In einem letzten Schritt gebe ich die Steinpilze und den Spargel zum Risotto. Man könnte theoretisch sowohl den Spargel, als auch die Pilze auch gleich im Risotto mitkochen. Das stört aber meiner Meinung nach den Rührflow und rein optisch finde ich es einfach schöner, wenn der Spargel seine schöne grüne Farbe behält und sich nicht durch die Safran Fäden dem gelb des Reises anpasst. Aber wer Geschirr sparen möchte: Bitteschön.

Untitled design

 

Guten Appetit

Für Bilderfreunde, hier eine kurze Zusammenfassung:

 

1.)

 

Das Orginal Risotto Rezept, welches ich ein wenig abgewandelt habe, stammt übrigens aus dem Buch Basic Cooking von Gu. Das Buch besitze ich bestimmt schon seit 10 Jahren und es ist eines der wenigen Kochbücher aus denen ich wirklich einige Rezepte übernommen habe.

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