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Al Madam, die Geisterstadt in der Wüste von Dubai

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Die Wüste rund um Dubai ist aus vielen Gründen einen Besuch wert. Egal ob Kamelreiten, Dune Bashing, eine historische Safari Tour durch die Wüste oder eine Ballonfahrt: Es gibt viele Tour Anbieter, die alle möglichen Wüstenabenteuer anbieten. Während unserer Zeit in Dubai machten wir uns auf den Weg, um ein Wüstenabenteuer der ganz besonderen Art zu erleben. Mitten in der Wüste des Emirat Sharjah (und somit streng genommen nicht in Dubai) befindet sich das Wüstendorf Al Madam, das auch „Ghost Town“ genannt wird.

Die Geschichte von Al Madam

 

Al Madam wurde vermutlich in den 1960er Jahren erbaut und vom Al-Kutbi Stamm bewohnt. Allerdings wurde das Dorf von seinen Bewohnern nach kürzester Zeit wieder verlassen. Warum das geschah, kann niemand mehr genau sagen. Sicher ist, dass die damaligen Bewohner in Eile aufgebrochen sind. Die Türen standen offen, persönliche Gegenstände lagen verstreut in den Gassen und der gesamte Al-Kutbi Stamm war verschwunden.

 

In Al Madam ist man sich sicher: Djinns, umherziehende Geister sind Schuld daran, dass die Bewohner ihre Häuser so plötzlich verlassen haben. Sie lebten bereits seit vielen Jahrtausenden in diesem Teil der Wüste und waren von ihren neuen Mitbewohnern wenig begeistert.

 

Die weniger mystische Geschichte: Der Bau war vermutlich teil eines Siedlungsprojekts. In einem Land wie den Emiraten sollte niemand mehr ohne Dach über dem Kopf wohnen, weshalb man versuchte, Wohnunterkünfte für umherziehenden Beduinen und Nomaden bereitzustellen. Da die Nomaden aber viel lieber Nomaden bleiben wollten und darüber hinaus die Infrastruktur auch nie fertig gestellt wurde, die Häuser also keinen Strom- oder Wasseranschluss hatten, verließen die Bewohner das Dorf wieder.

 

Ob es nun an den Geistern oder den fehlenden Stromanschlüssen lag: Fakt ist, das Al Madam Ghost Town nun leer steht und seit einiger Zeit als Lost Place neu entdeckt wird.

 

Die Anreise nach Al Madam

Wenn ihr nach Al Madam wollt, braucht ihr auf jeden Fall einen Mietwagen. Da das Dorf nicht wirklich bekannt ist, gibt es derzeit keinen Touranbieter, der euch aus Dubai dorthin bringt.

 

Auf dem Weg nach Al Madam, kurz bevor ihr in die Wüste abbiegen müsst, kommt ihr allerdings an mehreren Anbietern von Quad- und Jeeptouren durch die Wüste vorbei. Wenn ihr die Tour nicht alleine machen wollt, könnt ihr hier nach einer Begleitung fragen.

Wenn ihr mit einem Mietwagen nach Al Madam fahrt, eignet sich ein 4×4 natürlich am besten. Mit einem Geländewaren könnt ihr problemlos durch weichen Sand fahren. Wenn ihr einen Geländewagen habt, navigiert einfach hier hin. Das letzte Stück führt euch durch die Wüste. Hier ist keine richtige Straße, allerdings könnt ihr den Weg eigentlich nicht verfehlen, da es bereits eine kleine „Fahrrinne“ gibt. Mit einem normalen Auto ist der Weg allerdings nicht befahrbar.

 

Falls ihr bereits Offroad-Erfahrung habt, eigenen sich die Dünen rund um Al Madam super zum Dune Bashing. Aber Achtung: Dafür solltet ihr euch auskennen und vor allem eure Fahrkünste nicht überschätzen.

 

Da das häufig passiert, bieten viele Autovermieter für Touristen gar keine Geländewagen an. Und dort, wo es möglich ist, ein solches Auto zu leihen, sind sie in der Regel sehr teuer. Und deshalb machten wir uns mit unserem kleinen, nicht geländerfähigen Mietwagen auf den Weg. 

 

 

Schleichweg: Ohne Geländewagen nach Al Madam

 

Durch den Sand fahren wäre mit unserem Auto definitiv nicht möglich gewesen. Die Möglichkeit, am Ende der Straße zu parken, verwarfen wir. Von hier sind es noch etwa 3,5 Kilometer bis Al Madam. Durch weiten Wüstensand kann das ganz schön lang werden. Außerdem hatten wir keine Lust, uns in der Wüste zu verlaufen.

 

Also schauten wir, ob es möglich ist, von einer anderen Seite auf einer richtigen Straße näher an das Wüstendorf heranzukommen. Und tatsächlich: Wenn man durch Al Madam (also das richtige Dorf, das noch existiert) hindurch fährt, sich am Kreisverkehr rechts hält und ein paar Kilometer weiter rechts abbiegt, landet man mitten in einem Gewerbegebiet. Genau hier. Dort stellten wir unser Auto ab und machten uns auf den Weg Richtung Al Madam. Lange mussten wir nicht laufen. Nach etwa 3 Minuten konnten wir das Dorf zu unserer rechten Seite am Horizont sehen. Nach 10 Minuten Fußmarsch waren wir da.

 

Übrigens: Bevor ihr in die Wüste lauft, solltet ihr euch sicher sein, dass ich dort auch heil wieder rauskommt. Auf dem oben beschrieben Weg könnt ihr euch quasi nicht verlaufen, da ihr das Industriegebiet bis kurz vor Al Madam Ghost Village noch sehen könnt und außerdem auch die ganze Zeit über Handy- und Internetempfang habt.

 

Solltet ihr euch ohne Handyempfang und Orientierungspunkt in der Wüste befinden, geht unbedingt dorthin zurück, wo ihr eines von beidem (bestenfalls beides) zuletzt hattet. Außerdem denkt daran, genügend Wasser und Sonnenschutz mitzubringen. Auch wenn wir im Januar, im kältesten Monat des Jahres, in Al Madam waren, wurde es in der Mittagszeit sehr warm.

 

Was gibt es in Al Madam zu sehen?

 

Al Madam besteht aus zwei Häuserreihen und einer Moschee. In die Häuser kann man hineingehen, die Moschee ist mittlerweile allerdings abgesperrt.

 

Dadurch, dass die Gebäude langsam aber sicher von der Wüste zurückerobert werden, herrscht in der Geisterstadt eine ganz besondere Stimmung. Auch wenn ich persönlich Lost Places oftmals eher unheimlich finde, habe ich es in dem kleinen Geisterdorf als sehr friedlich und schön empfunden.

 

Falls ihr eine Drohne dabei habt, könnt ihr hier tolle Bilder aus der Luft machen. Bedenkt aber, dass ihr als Touristen offiziell keine eigene Drohne nach Dubai einführen dürft. Solltet ihr am Flughafen kontrolliert werden, wird sie euch vor der Einreise abgenommen und ihr müsst/ dürft sie vor Abreise am Flughafen wieder abholen.

 

 

Was kann ich rund um Al Madam noch machen?

 

Al Madam befindet sich mitten in der Wüste. Auf dem Rückweg nach Dubai kommt ihr außerdem an der Big Red Dune vorbei. Sie gilt als die höchste Sanddüne in den Emiraten und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Hier könnt ihr Dune Bashing oder eine Quad Tour durch die Wüste buchen. Die könnt ihr übrigens auch vorab buchen; zum Beispiel hier.

 

big red dune dubai

 

Wenn ihr Glück habt, trefft ihr rund um Al Madam auf Kamelherden. Sie laufen frei durch die Wüste, sind aber in der Regel ganz zutraulich. Nähert euch den Kamelen, wenn ihr welche Treffen solltet, aber bitte mit Vorsicht und Respekt. Oftmals sind sie mit Kamelhütern unterwegs. Wenn ihr auf einen Kamelhüter trefft, fragt nach, bevor ihr seine Kamele streichelt.

 

 

Restaurants in der Nähe von Al Madam

 

Al Madam und auch seine Umgebung sind keine touristischen Orte, weshalb es dort auch nicht allzu viele Restaurants gibt. Sehr empfehlen kann ich allerdings das Common Café. Hier gibt es leckeren Kaffee und süße Snacks. Das Common Café findet ihr hier.

 

Hotels in der Nähe von Al Madam

 

Wenn ihr nur nach Al Madam fahrt, um das Ghost Village zu sehen, lohnt sich keine Übernachtung vor Ort. Innerhalb von unter einer Stunde seid ihr zurück in Dubai. Wenn ihr jedoch länger in der Stadt seid, oder sogar dort lebt, und eine Auszeit machen wollt, kann ich euch eine Übernachtung im Al Badayer Retreat empfehlen. Mitten in der Wüste aufzuwachen und gleich morgens als einer der ersten durch die Dünen zu fahren, ist ein tolles Erlebnis. Außerdem gibt es in dem 5-Sterne-Hotel eine schöne Pool Area und einen tollen Spa-Bereich.

 

Fazit zu Al Madam

 

Lohnt sich der Ausflug in das Wüstendorf? Ich finde: Auf jeden Fall! Gerade wenn man sich länger in Dubai aufhält, ist es spannend, mal etwas anderes zu sehen. Ein interessanter Halbtagesausflug, der nicht sehr aufwändig und außerdem komplett kostenlos ist.

 

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Weitere Informationen zu Dubai

Ihr habt mehr Lust auf einen Ausflug in die Berge, als auf einen Ausflug in die Wüste? Dann schaut mal hier vorbei. Viele weitere Beiträge über Dubai findet ihr in der Dubai Kategorie.

 

Habt ihr noch Fragen zu Al Madam? Oder seid ihr selbst schon einmal dort gewesen? Lasst gerne einen Kommentar da. 

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Jana Kalea

Jana ist Reise- und Lifestylebloggerin, Fotografin, Online Marketing Expertin und Generalistin. Hin und wieder ist sie in ihrer Wahlheimat Hamburg anzutreffen. Viel lieber ist die geborene Rheinländerin aber unterwegs. Am liebsten da, wo es warm ist. Natürlich immer mit Kamera und Macbook.

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