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Campeche in Mexiko: Tipps für die bunte Kolonialstadt

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Viele Reisende lassen die Kolonialstadt Campeche auf ihrer Rundreise über die Yucatán Halbinsel aus. Das ist schade, denn die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates ist auf jeden Fall eine Reise wert. Bunte Architektur, tolles, regionales Essen, freundliche Menschen und absolut Instagram-würdige Straßen: Ein Wunder, dass es in Campeche noch so leer ist. In diesem Beitrag erfahrt ihr alles über die schönsten Sehenswürdigkeiten von Campeche und viele Tipps für eure Reise in die Kolonialstadt am Golf von Mexiko.

Während der Tourismus die Städte und Dörfer im südöstlichen Teil der Yucatán-Halbinsel fest im Griff hat, haben wir in Campeche kaum andere Reisende getroffen. Egal ob auf den Straßen, in den Geschäften oder in Restaurants: Meisten waren wir unter Mexikanern. Für uns eine schöne Erfahrung und trotzdem kein Grund zur Freude. Denn in Campeche haben wir zum ersten Mal gemerkt, dass Corona auch Mexiko hart getroffen hat.

Während in den Haupt-Touristenregionen wie Cancún und Tulum, aber auch in Vallodolid und Mérida die Touristenzahlen in den Pandemiejahren kaum gesunken sind und der Großteil der Restaurants, Hotels, Boutiquen und anderen (touristischen) Dienstleistern überlebt haben, sehen wir in Campeche viele geschlossene Restaurants und Cafés. Ehemalige Reisebüros und Tourenveranstalter, die ihre Türen schließen mussten. Leergefegte Straßen. Der Tourismus, erzählt uns unsere Gastgeberin, erholt sich in Campeche nur langsam. Die Stadt hat davon gelebt, dass sie eigentlich nie zu voll war. Nun ist sie leer. Ein Grund mehr für euch, nach Campeche zu reisen, die wunderschöne Stadt zu erkunden und von euren tollen Erlebnissen zu erzählen. Und genau das mache ich jetzt auch.

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Campeche: Informationen und Geschichte

Die Stadt „San Francisco de Campeche“ liegt im Westen der Yucatán-Halbinsel in Mexiko. Sie ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaats. In Campeche leben ca. 250.000 Einwohner. Seit 1999 gehört die Altstadt, dank der gut erhaltenen Architektur, zum UNESCO-Weltkulturerbe. Rund um die Altstadt zieht sich die Stadtmauer. Sie sollte Campeche in vergangenen Zeiten vor Piratenangriffen schützen. Ein Großteil der Mauer steht noch heute. Man kann sie besichtigen.

In Campeche ist, verglichen mit Mérida, weitaus weniger los. Aber das ist auch gut so. Die Stadt strahlt eine Gelassenheit und Gemütlichkeit aus, so dass man sich direkt Zuhause fühlt.

Campeche Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Bei unserem ersten Spaziergang durch Campeche bin ich etwa alle zehn Meter stehen geblieben. Der Grund: Die Stadt ist unglaublich fotogen und in fast jeder Straße gibt es tolle Fotomotive. Darüber hinaus gibt es in Campeche aber gar nicht so viele Sehenswürdigkeiten. Vielmehr ist die Stadt an sich die Sehenswürdigkeit selbst. Ein paar Orte lohnt es sich aber ganz besonders zu besuchen.

Hauptplatz (Plaza de la Independencia) und Kathedrale

Um einen ersten Eindruck von Campeche zu bekommen setzt man sich, wie auch in Valladolid und Mérida (und wahrscheinlich in den meisten mexikanischen Städten) am besten für einige Zeit auf den Vorplatz der Kathedrale und schaut dem Treiben zu. In den Abendstunden tauchen hier viele Verkäufer mit Streetfood Ständen auf. Unbedingt probieren: Marquesitas!

Die Kathedrale ist, anders als in vielen anderen mexikanischen Städten, meistens geöffnet. Es lohnt sich, einen Blick hineinzuwerfen.

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Spaziergang durch die Altstadt von Campeche

Die wunderschöne Altstadt von Campeche ist eine Sehenswürdigkeit in sich. Schlendert durch die Gassen und schaut euch die vielen bunten Häuser an. Auf den Straßen mit Kopfsteinpflaster parken teilweise alte Käfer und VW-Bullis. Mexiko at it’s best!

Tipp: Die schönsten Häuser und Fotomotive findet ihr im hinteren Teil der Calle 59. Im vorderen Teil ist diese Straße die Restaurant- und Barstraße der Stadt. Besonders in den Abendstunden ist hier viel los.

Iglesia de San Roque y San Francisquito

Neben der Kathedrale hat Campeche mit der San Roque y San Francisquito eine weitere, sehr hübsche Kirche. Sie strahlt in schönstem gelb und ist bei einem Bummel durch die Altstadt nicht zu übersehen. Von außen ist sie ein schönes Fotomotiv. Wie sie von innen aussieht konnten wir leider nicht herausfinden, da sie während unseres Besuchs geschlossen war.

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Stadtmauer von Campeche mit den Baluartes

Rund um die Altstadt von Campeche wurde Ende des 17. Jahrhunderts eine Stadtmauer gebaut, die in Teilen heute noch existiert. Sie wurde zum Schutz gegen Piraten erbaut. Heute kann man sie besichtigen. Besonders zum Sonnenuntergang herrscht auf der Stadtmauer ein ganz besonderer Flair. An den Ecken der Stadtmauer befinden sich kleine Türmchen. Diese Baluartes waren damals kleine Ausgucke. In den 5 unter ihnen, die heute noch existieren, befinden sich kleine Museen, die man entweder umsonst oder gegen eine kleine Spende besuchen kann. Auf die Stadtmauer gelangt ihr durch das Museo de La Arquitectura Maya. Der Eintritt kostet 55 Pesos (2,30€) pro Person. Es befindet sich hier.

Sonnenuntergang an der Uferpromenade

Die Uferpromenade von Campeche (Malecón de Campecheist besonders bei Joggern beliebt. Zum Sonnenuntergang treffen sich aber auch Nicht-Sportler am „Ángel Maya“, der großen Engel-Statue am Wasser. Wenn die Sonne langsam im Meer versinkt herrscht hier eine ganz besondere Stimmung. Direkt neben dem Ángel Maya befindet sich übrigens der bunte Campeche Schriftzug.

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Ausflüge ab Campeche

Der Bundesstaat Campeche ist, anders als die anderen beiden Bundesstaaten der Yucatán-Halbinsel, eher un-touristisch. Klassische Touristen-Attraktionen sucht man daher, sowohl in der Stadt von Campeche, als auch in der umliegenden Region vergebens. Zwei Ausflüge möchte ich euch trotzdem ans Herz legen.

Maya-Ruinen von Edzná

Die Maya-Stätte Edzná ist etwa 60 Kilometer von Campeche entfernt. Mit dem Auto ist man innerhalb von einer Stunde da. Edzná gilt als eine der am wenigsten besuchten Maya-Stätten auf der Yucatán Halbinsel. Wir haben von mehreren Touristen in Campeche gehört, dass sie gerade deshalb auch eine der schönsten ist. Ihre Ruinen sind sehr gut erhalten und wenn man etwas Glück hat, kann man sie komplett alleine besichtigen. Wir haben von Edzná leider zu spät erfahren und den Stopp ausgelassen. Wenn ihr Edzná besucht habt, erzählt gerne in den Kommentaren, wie euch die Maya-Stätte gefallen hat.

Strand von Seybaplaya

Cempeche ist keine Stranddestination. Die Stadt liegt zwar am Golf von Mexiko, aber es gibt lediglich eine Promenade, die am Wasser entlang führt. Auch in den Außengebieten von Campeche gibt es nur vereinzelte Stege, die von Fischern genutzt werden. Mit dem Playa Bonito gab es einen kleinen, privaten Strand, der (Stand Ende 2021) jedoch geschlossen hat. Das Gelände ist abgeriegelt, so dass man ihn nicht betreten kann.

Der nächste Strand von Campeche aus ist der Strand von Seybalplaya. Das kleine Fischerdorf liegt etwa 30 Autominuten von Campeche entfernt. Es gibt mehrere Buchten, teilweise auch mit Sandstrand. Die Strände hier werden allerdings nicht gepflegt. Für einen Strandtag müsst ihr euch eure Handtücher selbst mitbringen. Wir sind auf der Weiterreise durch den Ort gefahren und können daher sagen: Mit anderen Stränden auf der Yucatán-Halbinsel können sie leider nicht mithalten. Aber: Das Wasser ist wunderbar klar und es gibt viele Straßenstände, an denen ihr euch mit Kokosnüssen und Snacks versorgen könnt. Für alle, die länger in Campeche sind und Lust auf einen Strandtag haben sicherlich eine gute Option. Der bekannteste Strand hier ist der Payucan Balneario Popular.

Restaurants und Cafés in Campeche

Campeche ist der perfekte Ort, um traditionelle Küche der Region auszuprobieren. Hier ein paar meiner Favoriten.

Marganzo Restaurante – Wenn ihr Lust auf authentische, regionale Küche habt, schaut unbedingt im Marganzo Restaurante vorbei. Da wir den Großteil der Gerichte in der Karte nicht kannten haben wir einfach blind bestellt. Wir entschieden uns für Tamales (gefüllte Bananenblatt-Teigtaschen) und Queso Rellendo (Hackfleisch in einem Käseball). Vorweg gab es Guacamole. Die Gerichte waren unglaublich lecker. Der Service war toll und wir hätten super gerne auch noch das Frühstück ausprobiert. Leider ging es für uns am nächsten Morgen schon früh weiter. Das Marganzo Restaurante findet ihr hier.

La María Cocina Peninsular – Bei La María Cocina Peninsular gibt es reginale Küche mit einem modernen Twist. Die Gerichte sind super lecker und die Preise fair. Außerdem gibt es hier eine große Cocktailkarte. Es gibt einen kleinen Innenhof, in dem man sehr gemütlich sitzen kann. Das Restaurant findet ihr hier.

Chocol´Ha – In Campeche gibt es nicht allzu viele Cafés. Aber es gibt das Chocol´Ha. Hier hat man sich auf Schokolade spezialisiert. Es gibt verschiedene Kakao-Sorten und süße Snacks. Wir sind allerdings bei Kaffee und den herzhaften Snacks geblieben, was wir nicht bereut haben. Das Chocol’Ha hat einen Innenbereich und einen kleinen, gemütlichen Garten. Außerdem gibt es hier W-Lan, weshalb es eine beliebte Anlaufstelle für digitale Nomaden ist. Ihr findet das Café hier.

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Hotel Tipp für Campeche

In Campeche gibt es eine Vielzahl an Unterkünften für jeden Budget. Wir sind im Bajo las Hojas untergekommen und können das Hotel absolut weiterempfehlen. Wir waren mit die ersten Gäste in dem neuen, superschön eingerichteten Boutique Hotel.

Die Einrichtung ist modern mit viel Liebe zum Detail. Die Zimmer sauber, das Personal jederzeit vor Ort, die Gastgeber super herzlich. Das Frühstück war eines der besten, das wir während unserer Yucatán-Rundreise bekommen haben. Auch die Lage des Hotels ist super. In ein paar Minuten ist man zu Fuß in der Altstadt und an allen Sehenswürdigkeiten. Parkplätze gibt es direkt vor der Tür. Buchen könnt ihr das Bajo las Horas hier.

Hier geht es zu unserer Unterkunft in Campeche

Anreise und Transport in Campeche

Am einfachsten erreicht ihr Campeche mit dem Mietwagen. Günstige Mietwagen für Mexiko findet ihr hier. Der Verkehr in Campeche selbst ist sehr entspannt. Parkplätze findet ihr überall. Beachtet jedoch, dass gelbe Markierungen am Straßenrand und ein durchgestrichenes E auf Parkverbote hinweisen. Von Mérida seid ihr etwa 2 Stunden unterwegs. Wir sind von Campeche weiter nach Bacalar gefahren. Mit 5 Stunden war das unsere längste Strecke während unserer Yucatán Rundreise. Allerdings könnt ihr unterwegs natürlich noch weitere Zwischenstopps einplanen.

Wer ohne eigenen Mietwagen unterwegs ist, erreicht Campeche ganz einfach mit dem Bus. Das ADO-Terminal befindet sich hier. Tickets bekommt ihr hier.

Fazit zu Campeche

Campeche ist eine wunderschöne Stadt, direkt am Golf von Mexiko. Auch wenn sie nicht direkt auf der gängigen Yucatán-Rundreiserunde liegt, lohnt sich der kleine Umweg. Vielleicht liegt es daran, dass Campeche noch einmal ein anderer Bundesstaat ist. Oder daran, dass sich nicht so viele Touristen auf den Weg in die Kolonialstadt machen. Aber sie unterscheidet sich noch einmal von allen anderen Orten, die wir auf unserem Yucatán-Trip besucht haben. Ich kann einen Stopp in Campeche jedem ans Herz legen.

Weitere Informationen zu Mexiko und der Yucatán Route

Mehr Mexiko Reisetipps und Informationen zu den einzelnen Stopps unserer Route findet ihr hier. Mehr Informationen zu Mexiko gibt es hier.

Seid ihr schon einmal in Campeche gewesen? Konntet ihr mit meinen Tipps für die Stadt etwas anfangen? Habt ihr noch Fragen? Verratet es mir gerne in den Kommentaren.

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Jana Kalea

Jana ist Reise- und Lifestylebloggerin, Fotografin, Online Marketing Expertin und Generalistin. Hin und wieder ist sie in ihrer Wahlheimat Hamburg anzutreffen. Viel lieber ist die geborene Rheinländerin aber unterwegs. Am liebsten da, wo es warm ist. Natürlich immer mit Kamera und Macbook.

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