Myanmar Reisetipps: Die besten Infos und Empfehlungen

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Im Januar und Februar 2020 hatten wir über vier Wochen die Chance, Myanmar intensiv kennenzulernen.  Obwohl das Land mehr und mehr in das Visier vieler Reisender gerät, unterscheidet es sich, vor allem durch seine Ursprünglichkeit, immer noch stark von anderen Ländern in Südostasien. Eines ist jedoch klar: Der Tourismus in Myanmar wird weiterhin zunehmen. Deshalb ist die beste Zeit, das Land kennenzulernen genau jetzt. Im folgenden Beitrag findet ihr meine besten Myanmar Reisetipps und Infos kompakt gesammelt. Wenn ihr eine Reise nach Myanmar plant oder euch einfach nur für das Land interessiert, stöbert doch auch mal in den anderen Beiträgen in der Myanmar Kategorie

Myanmar – Das perfekte Reiseland für alle?

Auf vielen Reiseblogs liest man von der Traumdestination Myanmar, dem perfekten Reiseland für jedermann (und jederfrau), wahnsinnig netten Menschen, kulturellen Highlights und Traumstränden. Aber ist Myanmar wirklich das perfekte Reiseland für alle?

Ich sage: Nein! Myanmar ist traumhaft schön. Die Menschen sind wahnsinnig nett. Und ja, es gibt sehr viel zu sehen. Wer aber auf der Suche nach klassischem Erholungsurlaub ist, wird es in Myanmar eher schwer haben. Der bekannte Küstenort Ngapali Beach wird zwar mehr und mehr ausgebaut und auch andere Stranddestinationen wie Ngwe-Saung Beach und Dawei gewinnen nach und nach an Popularität dazu.  Touristenattraktionen, die beispielsweise mit vielen thailändischen Stränden vergleichbar sind, sucht man aber vergeblich. Auch ist Myanmar nicht unbedingt ein Land, in dem man nur einen Ort besucht. Der Wille herumzureisen und der Wunsch etwas zu erleben, sollten im Vordergrund stehen. Dann wird eine Reise durch Myanmar zu einem einmaligen Erlebnis.

Eine Tatsache ist uns auf unserer Reise besonders aufgefallen: Wir haben auf unserer Reise durch Myanmar in den verschiedensten Hotels und Unterkünften geschlafen, sind sowohl mit dem Bus als auch mit dem Flugzeug gereist. Egal wo: Meistens waren wir mit Abstand die Jüngsten! Grundsätzlich kennen wir aber (persönlich und virtuell) viele Frauen und Männer und Paare ab Anfang zwanzig, die Myanmar bereist haben. Auch haben wir vereinzelt Familie mit Kindern getroffen. Gerade wenn Kinder an Reisen gewöhnt sind ist eine Reise nach Myanmar meiner Meinung nach auch als Familienurlaub denkbar. Die Menschen in Myanmar sind zu jedem wahnsinnig nett, weshalb es nicht wundert, dass sie auch Kinder und Familien mit offenen Armen empfangen.

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Die Anreise nach Myanmar

Wer aus Europa kommt, erreicht Myanmar am besten mit dem Flugzeug über die internationalen Flughäfen Yangon oder Mandalay. Zur Zeit gibt es keine Direktflüge, allerdings gute Verbindungen mit Emirates über Dubai, mit Qatar Airways über Doha, mit Thai Airways über Bangkok oder mir Singapur Airways über Singapur. Eine Einreise über den Landweg ist, aus Thailand kommend, an den Grenzübergängen Tachileik, Myawaddy und Kawthaung möglich.

Myanmar Reisetipps und Infos: Highlights und Routenplanung auf einen Blick

Myanmar wird auch das Land der tausend Pagoden genannt und das ist nicht übertrieben. Egal für welche Route durch das Land man sich entscheidet: An Pagoden wird man nicht vorbeikommen. Aber auch davon abgesehen gibt es viele tolle Sehenswürdigkeiten, nach denen die meisten Besucher ihre erste Myanmarreise ausrichten. Wir haben uns Zeit gelassen und waren fast einen Monat im Land. Wenn man weniger herumbummelt, ist unsere Route aber auch in zwei bis drei Wochen zu schaffen. Unseren Routenvorschlag findet ihr hier. Die absoluten Highlights, die meiner Meinung nach bei einer Myanmarreise nicht fehlen dürfen sind:

Yangon

Bagan

Inle Lake

Mandalay

Ngapali Beach

Das Reisebudget: Was kostet eine Reise nach Myanmar?

Ist eine Reise nach Myanmar eigentlich günstig? Ich finde: Nein! Südostasien gilt als eine der günstigsten Destinationen weltweit und auch in Myanmar ist es möglich, günstiger als in Europa zu leben. Ein einfaches Hostelbett bekommt man ab etwa 15€/ Nacht. Essen gibt es gut und günstig in einheimischen Restaurants und Straßenständen. Wer darüber hinaus auf Flugreisen im Land verzichtet  und stattdessen auf die deutlich günstigeren (Nacht-) Bussen setzt,  kann durchaus günstig im Land leben.

Reisekosten in Myanmar

Rechnet man im Schnitt mit dem Minimum (15€ pro Nacht für die Unterkunft, 5€ für Essen und Getränke und Busfahrten zwischen den Hauptdestinationen für im Schnitt 15€) kann man für drei Wochen sicherlich mit knapp über 500€ pro Person reisen. Allerdings sind insbesondere die Unterkünfte in diesem Fall absolut basic und meiner Erfahrung nach bekommt man vergleichsweise deutlich weniger für sein Geld, als beispielsweise im benachbarten Thailand, Kambodscha oder Indonesien. Die Strecken in Myanmar sind zudem mitunter recht lang. Bewegt man sich nur mit dem Bus von A nach B, sollte man etwas mehr Zeit einplanen. Gönnt man sich jedoch ein wenig Luxus, wählt Mittelklassehotels und anstelle von Bussen für längere Strecken Inlandsflüge kommt man sehr schnell auf die dreifache Summe oder auch mehr.

Hinzu kommt: Aktivitäten im Land sind nicht immer günstig. Der “Eintritt” nach Bagan kostet beispielsweise 25.000 Kyat (bzw. knapp 20€) pro Person. Für den Inle Lake werden bei Einfahrt 15.000 Kyat (etwa 10€) fällig. Und das inkludiert keinerlei Aktivitäten. Eventuelle Miete für Roller, Bootstouren, Besichtigungen von Pagoden und weiteres müssen op top gezahlt werden. Und wer eine Ballonfahrt über Bagan (oder den Inle Lake) machen möchte, muss mit deutlich höheren Summen rechnen. Auch gilt: Ausländer zahlen in Myanmar oftmals mehr als die einheimische Bevölkerung. So werden beispielsweise bei Bus- und Flugtickets (und manchmal auch bei Hotels) offiziell zwei Preise ausgeschrieben.

Auch ist uns aufgefallen, dass die Preise im Land stark variieren. Während insbesondere Mandalay, aber auch Yangon und Ngapali relativ günstig waren, zahlten wir ganz besonders in den Touristenregionen Inle Lake und Bagan deutlich mehr. Insgesamt ist es meiner Meinung nach möglich Myanmar “on a budget” zu bereisen. Im Vergleich zu Thailand, Indonesien und Co. bleibt Myanmar aber eine teurere Destination.  Insbesondere für alle, die in der Hauptsaison nach Myanmar reisen gilt: Mit einer guten Reiseplanung lassen sich Kosten einsparen. Außerdem reist es sich so definitiv einfacher und stressfreier.

Und wo bekomme ich Geld her? ATMs, Wechselkurs & Co.

Die Währung in Myanmar heißt Kyat (MMK). 1.600 Kyat sind etwa 1€. Geld könnt ihr mit eurer Kreditkarte ganz einfach ein ATMs ziehen, die in allen Touristenregionen zur Genüge zur Verfügung stehen. In größeren Hotels, Restaurants und Shops kann man zudem problemlos mit Kreditkarten zahlen. An den Flughäfen gibt es zudem Wechselstuben in denen man Euros und Dollars gegen Kyatt tauschen kann. Apropos Dollar: In teureren Restaurants und Hotels werden die Preise gerne in Dollar angegeben. Zahlen kann man aber immer auch in Kyatt.

Bis vor einigen Jahre waren ATMs in Myanmar nicht existent und auch heute scheint es so zu sein, dass durch Stromausfall und andere Probleme hin und wieder keine Abhebungen oder Kartenzahlung möglich ist. Wir hatten dieses Problem während unserer Reise weder bei Geldautomaten, noch bei Kreditkartenzahlung in Restaurants, Hotels oder Shops. Wer sicher gehen will kann sich dennoch einen kleinen Vorrat an US Dollar Scheinen mitnehmen. Dass diese nicht geknickt sein dürfen ist unserer Erfahrung nach auch Vergangenheit, aber: Better Save than Sorry!

kyatt scheine währung myanmar

Das Visum für Myanmar

Apropos Reisevorbereitungen: Wer als Deutscher (und auch als Österreicher oder Schweizer) nach Myanmar reist, benötigt (Stand 2020) ein Visum. Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Visum zu bekommen. In jedem Fall braucht ihr einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist.

eVISA beantragen

Die meiner Meinung nach einfachste Variante ist die Beantragung eines eVISAS. Für das eVISA müsst ihr lediglich den Antrag auf der offiziellen Seite der Botschaft von Myanmar ausfüllen (hier!), ein aktuelles Passfoto hochladen (wir haben unsere fix mit dem iPhone gemacht, was kein Problem war) und den Preis von 50$ per Kreditkarte zahlen. Die Ausstellung des eVISA dauert drei Werktage (Expressvariante für 56$/ 24h) und es wird via Mail zugestellt. Die ausgedruckte Version muss bei Einreise vorgezeigt werden.

Das eVISA berechtigt zur Einreise an allen internationalen Flughäfen und einigen Grenzübergängen über Land (Yangon International Airport, Mandalay International Airport, Nay Pyi Taw International Airport, Tachileik Land Border Checkpoint, Myawaddy Land Border Checkpoint, Kawthaung Land Border Checkpoint). Es gilt für 28 Tage ab Einreisedatum.

Visa on Arrival

Seit 2019 gibt es für Deutsche, Schweizer und Österreicher (für letztere seit 2020) die Möglichkeit, mit einem Visa on Arrival einzureisen. Es gilt für dreißig Tage und wird ausschließlich an den Internationalen Flughäfen Yangon, Mandalay und Nay Pyi Taw ausgestellt. Es kostet, genau wie das eVISA, 50$.

Beantragung mittels Formular bei der Botschaft in Berlin

Die Beantragung eines herkömmlichen Visas kostet 40€ und ist bei der Embassy of Myanmar in Berlin möglich. Zur Beantragung muss dieses Formular ausgefüllt und zusammen mit dem Reisepass eingesendet werden. Die Bearbeitungszeit dauert etwa zwei Wochen.

Da dieser Vorgang deutlich zeitaufwändiger ist, würde ich jedoch auf das eVISA oder das Visa on Arrival zurückgreifen. Die einzigen Vorteile des herkömmlichen Visas: Die minimale Kostenersparnis und die Tatsache, dass ein schönes Visum im Reisepass klebt. 🙂 Und: Reist man über einen anderen Weg, als die gängigen Grenzübergänge ein (was Stand 2020 allerdings nur schwer möglich ist), benötigt man dieses Visum.

Sonderfall: Overstay

In vielen Ländern gilt: Läuft das Visum ab, sollte man das Land dringend verlassen. In Myanmar wird das nicht ganz so eng gesehen. Möchte man ein paar Tage länger im Land bleiben, muss man bei Ausreise eine sogenannte “Overstay Gebühr” zahlen. Sie beträgt 3$ pro Tag. Wir haben in Yangon am Flughafen nachgefragt und es wäre für drei “Overstay” Tage kein Problem gewesen. Letztendlich haben wir uns aber doch entschieden, nach 26 Tagen das Land zu verlassen.

Wann hinfahren? – Die perfekte Reisezeit für Myanmar

In Myanmar wird grob zwischen Trockenzeit, dem Sommer, als heißestes Jahreszeit und der Regenzeit unterschieden. Die klimatechnisch angenehmste Reisezeit ist die Trockenzeit. Sie beginnt Ende Oktober und geht bis Ende Februar. Die Trockenzeit ist, aufgrund der angenehmen Temperaturen (meist unter 30 Grad, kaum bis gar kein Regen) die Hauptreisezeit in Myanmar. Im Vergleich zu anderen Destinationen ist das Land aber keinesfalls überfüllt. Gerade in weniger touristischen Gegenden kann es aber schon einmal vorkommen, dass man bezüglich der Hotelauswahl Last Minute weniger Auswahlmöglichkeiten hat. Deshalb mein Tipp für diese Reisezeit: Gerade in kleineren Destinationen, wie beispielsweise Hpa An: Unterkünfte (und Transfer) rechtzeitig buchen.

Myanmar ist zudem ein relativ großes Land. In den nördlicheren Regionen und besonders in den Berglagen (Inle Lake und Kalaw) kann es nachts (und morgens/ abends) tatsächlich richtig kalt werden.

Dieses Problem hat man in der heißen Jahreszeit (von März bis Mai) weniger. Die Temperaturen können im Süden allerdings auch mal die 40 Grad Grenze überschreiten  – was dem ein oder anderen deutlich zu warm sein dürfte. Außerdem dürfte die Landschaft zu dieser Jahreszeit sehr vertrocknet sein. Als wir Anfang Februar an der Ubein Bridge in Mandalay standen war dort bereits zu diesem Zeitpunkt kaum noch Wasser vorhanden. Und auch in Bagan war wenig bis gar keine grüne Landschaft zu sehen. In den Folgemonaten dürfte sich das Bild kaum bessern.

Anders sieht es in der Regenzeit, zwischen Mai und Oktober aus. In dieser Zeit schließen viele Hotels und Restaurants komplett. Dauerregen kann Straßen unpassierbar machen. Andererseits sinken vielerorts die Preise, was eine Reise nach Myanmar deutlich günstiger macht. Auch wird man zu dieser Zeit auf deutlich weniger Touristen treffen.

gärtner auf dem inle lake in myanmar

Wie rumkommen? – Durch Myanmar mit Bus, Bahn, Flugzeug oder Fahrer

Die Wege in Myanmar sind weit. Das Land ist in etwa doppelt so groß wie Deutschland und viele Reiseziele liegen stundenlang voneinander entfernt. Und auch wenn uns das vor Reiseantritt bewusst war, haben wir die Strecken zwischen den einzelnen Städten etwas unterschätzt. Die Straßenverhältnisse sind nämlich nicht mit denen in Europa zu vergleichen. Und so muss man für 400km in Myanmar schon einmal 12-16 Stunden Fahrzeit einrechnen. Da die Straßen, insbesondere in den Bergregionen, oftmals nicht befestigt sind, ein echtes Abenteuer. Es gibt grundsätzlich vier Möglichkeiten in Myanmar zu reisen.

Flugzeug

anflug thandwe

Für einige Strecken, wie zum Beispiel die beschriebene 400km Strecke (in diesem Fall von Yangon nach Ngapali) ist das Flugzeug sicherlich die einfachste Wahl.

Es gibt gefühlt in jeder kleinen Stadt in Myanmar einen Flughafen. Angeflogen werden sie von den innerländischen Fluggesellschaften Myanmar National AirlinesMyanmar Airways International/ KBZ Airways, Golden Myanmar Airlines und Mann Yadanarpon Airlines. Entgegen vieler Informationen im Web operieren die Fluggesellschaften Air Bagan, Yangon Airways, Asianwings Air und Air Mandalay nicht mehr. Auch existiert die Fluggesellschaft Myanma Airways, vor der vereinzelt gewarnt wird, nicht mehr.

Fliegen in Myanmar: Sicherheit

Wir haben vor unserer Reise unterschiedliche Informationen über die verschiedenen Airlines gehört. Geflogen sind wir sowohl mit Myanmar National Airlines als auch mit Golden Myanmar Airlines. Alle Flüge waren in Ordnung, wobei die Maschinen von Myanmar National Airlines etwas moderner wirkten, als die von Golden Myanmar Airlines. Sicher haben wir uns zu jedem Zeitpunkt gefühlt, wobei wir ehrlicherweise sagen müssen, dass wir keine Luftfahrtexperten sind. Da beide Airlines aber auch internationale Flüge anbieten, gehen wir von entsprechenden Sicherheitsstandards aus.

Die Preise für Flüge in Myanmar liegen deutlich über den Flugkosten, die man aus dem Südostasiatischen Raum gewohnt ist. Pro Strecke und Person muss man im Schnitt mit 80-100$ rechnen. Das liegt mitunter daran, dass es sich bei den Flugzeugen um vergleichsweise kleine Propellermaschinen handelt, die deutlich weniger Personen transportieren können. Gepäck, ein kleiner Snack und ein Getränk sind grundsätzlich inklusive. Buchen lassen sich die Flüge sowohl über die Seiten der Fluggesellschaften, als auch über gängige Buchungsplattformen und Flugvergleichseiten.

flugzeug golden myanmar airways airline myanmar

Bus

Selbst wenn man lediglich die Destinationen auf “Hauptroute” in Myanmar bereist, kommt man auf mindestens fünf Flüge. Ergänzt man die Route noch um den ein oder anderen Stop, kommt einiges an Flugkosten zusammen. Daher macht es an der ein oder anderen Stelle Sinn, auf den Bus umzusteigen. Zwischen allen Städten (und Dörfern) in Myanmar fahren Reisebusse die, oftmals nachts, dafür sorgen, das sowohl Einheimische, als auch Touristen, mehr oder weniger komfortabel von A nach B kommen. Busfahren in Myanmar ist eine Welt für sich. Wenn man das System einmal verstanden hat ist die Buchung allerdings relativ easy.

Die meist empfohlene (und meiner Meinung nach auch die sicherste) Buslinie ist derzeit JJ Express. Die Busse fahren zwischen den größten Städten in Myanmar, allerdings gibt es deutlich mehr Abfahrten, als auf der Website buchbar sind. In fast jedem Dorf gibt es irgendwo einen Busschalter, an dem ihr die Abfahren erfragen könnt. Auf der Website Myanmar Bus findet ihr zudem einen guten Überblick über alle Buslinien, Routen und könnt auch direkt buchen.

Busfahren in Myanmar: Vor- und Nachteile

Davon abgesehen hat das Bus fahren in Myanmar Vor- und Nachteile. Ganz ehrlich: Ich hasse Busfahren. Mir wird super schnell schlecht, ich kann kein Buch lesen, nicht auf Bildschirme schauen und somit sind Busfahrten für mich irgendwie verschenkte Zeit. Was ich daher meistens mache: Eine Tablette gegen Übelkeit nehmen und schlafen. Oder Busfahren vermeiden. Ich bin also ein wenig voreingenommen.

Der Vorteil am Busfahren in Myanmar ist ganz klar der Preis. Für die Strecke Yangon – Mandalay hätten wir für einen Flug 100$ pro Person gezahlt. Für den Bus zahlten wir 19$ pro Person. Reist man etwas “off the beaten track” gibt es manchmal keine Flughäfen, weshalb Busse zur besten (und einzigen) Option werden. Gerade auf längeren Strecken fahren Busse zudem oft nachts, weshalb man für eine Nacht das Hotel einspart. ABER: Entscheidet man sich für eine Nachtfahrt, kommt man oftmals irgendwann zwischen 4 und 6 Uhr am Zielort an und muss in der Regel erst einmal ein paar Stunden warten, bevor man seine Unterkunft beziehen kann.

Die meisten Busse in Myanmar haben außerdem keine Toiletten an Bord. Aus diesem Grund halten sie alle drei Stunden für eine halbe Stunde an. In dieser halben Stunde wird der Bus verschlossen. Bedeutet: Je nach Busfahrer wird man, möchte man nicht auf die Toilette, entweder eingeschlossen, oder muss eine halbe Stunde vor dem Bus warten. Aufgeweckt wird man aber in jedem Fall. Ein weiterer Nachteil: Es wird kalt im Bus. Sehr kalt! Wir konnten nicht herausfinden wieso, aber die Klimaanlagen in Nachtbussen werden nicht an die Außentemperatur angepasst. Während die erste Hälfte der Nacht war die Temperatur noch erträglich. Gegen 3 Uhr wurde es richtig kalt. Der Busfahrer hielt mit Daunenjacke und Pudelmütze dagegen. Wir hatten beides leider nicht dabei.

Bezüglich Komfort der Sitze, Sauberkeit und auch der Fahrweise kann ich allerdings nicht meckern. Im Gegenteil. Das war alles top! Und auch wenn es nicht notwendig wäre: Bei JJ Express gibt es sogar ein Lunchpaket, Getränke, Erfrischungstücher und Bord Entertainment (mit allen Harry Potter Filmen! Auf Englisch! ;)). Letztendlich ist Busfahren in Myanmar einfach Geschmacksache. Lässt es das Budget zu würde ich, gerade für weitere Strecken, definitiv Flugzeuge vorziehen. Zumindest einmal sollte man eine Busfahrt allerdings ausprobiert haben.

Es gibt übrigens unterschiedliche Busse, wobei die meisten Busunternehmen zwischen First Class/ VIP/ und Premium Economy/ Economy unterscheiden. Das variiert von Unternehmen zu Unternehmen. Die “teuerste” Busklasse, die sich meist aber nur um 1€ oder 2€ von der günstigeren unterscheidet, punktet mit breiteren Sitzen (2+1 statt 2+2 Bestuhlung), was insbesondere für Alleinreisende angenehm ist.

jj express bus unternehmen myanmarjj express bus myanmar von innen

Auto mieten (inklusive Fahrer)

Rumkommen in Myanmar wäre deutlich einfacher, könnte man sich einfach ein Auto mieten und das Land auf eigene Faust erkunden. Leider ist das für Touristen nicht möglich, weshalb Autos nur in Verbindung mit einem Fahrer zu mieten sind. Wir haben diese Option nicht genutzt, haben aber von anderen Reisenden erzählt bekommen, dass sie für Strecken von etwa 4-5 Stunden etwa 100$ gezahlt haben.

Auch wenn das 6-7 Busstunden sind, fanden wir diese, vergleichsweise kurzen Tag-Fahrten mit dem Bus aber durchaus entspannt, weshalb wir nicht weiter nachgeforscht haben. Grundsätzlich kann man aber in jedem Hotel (und bei jedem Taxiunternehmen) nach einem Fahrer und den entsprechenden Preisen fragen.

Zug

Eine weitere Möglichkeit ist der Zug. Da ich aber bereits vor unserer Reise gehört habe, dass die Züge nur sehr langsam und mit sehr viel Verspätung fahren, haben wir während unseres Myanmar Aufenthalts auf eine Zugfahrt verzichtet. Außerdem waren wir im vergangenen Jahr während unserer Sri Lanka Reise sehr viel mit dem Zug in Südasien unterwegs und nehmen an, dass die Fahrten in Myanmar ähnlich sind. Da ich persönlich aber deutlich lieber Zug als Bus fahre, steht dieser Punkt für meine nächste Myanmar Reise definitiv auf meiner Bucket List! Besonders die Fahrt über den Gokteik-Viadukt ist sicherlich ein Erlebnis!

Was essen – Gute Restaurants in Myanmar

Die traditionelle Küche in Myanmar unterscheidet sich, ja nach Region, stark. Neben Teeblattsalat und Mohinga (Reisnudel- und Fischsuppe), die es so gut wie überall gibt, bildet, wie in vielen asiatischen Ländern, Reis die Grundlage vieler Speisen. Die angrenzenden Länder haben einen großen Einfluss auf die burmesische Küche so findet man vielerorts  typisch indische, chinesische oder thailändische Küche.

Von Bekannten, die bereits 2011 Myanmar bereisten haben ich gehört, dass es damals nicht einfach war, Restaurants mit westlichem Standard zu finden und Magen Darm Erkrankungen (nicht zuletzt aufgrund der unbekannten Küche) an der Tagesordnung waren. Auch mich hat es auf unserer Reise (in Bagan) einmal erwischt. Insbesondere in den touristischen Gegenden ist es heute aber nicht schwer, gute Restaurants zu finden. Ich schaue grundsätzlich immer bei TripAdvisor oder Google Bewertungen nach Empfehlungen.

Unsere Lieblingsrestaurants aus einem Monat in Myanmar möchte ich aber trotzdem mit euch teilen. Gerade in Großstädten ist die Auswahl an hippen Cafés und modernen Restaurants mittlerweile wirklich groß.

Yangon

DeJa Brew – Ein tolles Café, egal ob zum Frühstück oder für einen Snack. Zentral gelegen in der Innenstadt, super leckerer Kaffee. Nette Bedienung, toller Besitzer & entspannte Atmosphäre.

Easy Cafe Yangon – Auch hier gibt es super leckeren Kaffee und leckere Muffins!

Sofear Yangon – Hier waren wir zum Dinner. Ein interessanter Mix aus einheimischer Küche und europäischen Einflüssen.

Ngapali Beach

Original Sunset View Beach Bar & Restaurant – Wer in Ngapali ist muss Fisch oder Seafood probieren. Ganz besonders lecker schmeckt das mit Sand unter den Füßen und Blick auf das Meer. Das Original Sunset View Restaurant befindet sich direkt am Strand. Die Stimmung ist einmalig. Urlaubsfeeling pur! (Und natürlich gibt es auf der Karte auch Gerichte für alle, die keinen Fisch mögen!)

Kalaw

Red House Bar & Restaurant – In Kalaw ist die Restaurantauswahl (noch) nicht sehr groß. Umso überraschter waren wir, als wir auf dieses italienische Restaurant stießen. Sowohl die Pizza, als auch die Lasagne waren fast originalgetreu. Wer in Myanmar Lust auf westliche Küche hat: Nix wie hin!

Mandalay

NOVA Coffee – Die beste Kaffee-Anlaufstelle in Mandalay. Das Frühstück ist sehr empfehlenswert. Auch kann man sich hier gut für ein paar Stunden mit dem Laptop niederlassen. Wir haben überraschend viele CoWorker angetroffen.

Mingalabar Myanmar Restaurant – Auf der Suche nach authentischem, burmesischen Essen sind wir im Mingalabar Restaurant gelandet. Egal was man bestellt, es gibt eine Suppe, eine riesige Vorspeisenplatte und auch Nachtisch dazu. So ganz sicher, was ich eigentlich bestellt und gegessen habe bin ich nicht. Lecker war es aber.

deja brew cafe yangon

Wo unterkommen?  – Die besten Hotels in Myanmar

Mittlerweile gibt es in Myanmar eine Vielzahl von Hotels, Homestays, Hostels und anderen Unterkünften. Schaut am besten einfach mal für die von euch geplanten Stops bei Booking.com. Dort gibt es die größte Auswahl und oftmals auch die besten Preise. In den großen Städten ist auch Airbnb* (*falls ihr noch kein Konto bei Airbnb habt, klickt auf den Link und bekommt 34€ für eure erste Reise gutgeschrieben!) gerade für Longstays, eine gute Möglichkeit.

Der Preis für ein Hostelblett pro Nacht startet bei etwa 12€. Für ein Standard Doppelzimmer zahlt man im Schnitt 25-40€. Natürlich gibt es auch luxuriösere Hotels, die pro Nacht 100€ und mehr berechnen. Wir haben alle unsere Unterkünfte über Booking gebucht. Da wir in der Hauptreisezeit in Myanmar unterwegs waren und meist nur ein bis zwei Tage im Voraus gebucht haben, waren die Zimmer teilweise knapp. In folgenden Unterkünften haben wir während unserer Reise gewohnt.

Yangon

Hotel G

Wyndham Grand Yangon

Ngapali Beach

Sea Breeze Lodge

Ngapali Bay Villas & Spa

Mandalay

Hotel The Haven

Bagan

Heritage Bagan Hotel

Golden View Hotel

Inle Lake

Ville Inle Boutique Hotel

Kalaw

Kalaw Heritage Hotel 1903

ngapali bay resort von oben drohne

W Lan, Internet und SIM Karten

Wie in den meisten asiatischen Ländern ist das mobile Internet nicht nur deutlich günstiger, sondern auch deutlich besser als in Deutschland. Egal ob mitten auf dem Inle Lake oder im Elefantencamp im Busch: Empfang hatten wir eigentlich immer! Unsere SIM Karten waren von Ooredoo, einem der führenden Telekommunikationsanbieter in Myanmar. Wir haben sie direkt am Flughafen für etwa 15€ pro Karte (für 20 GB) gekauft (gebt euer Smartphone einfach über den Schalter, die Karten werden fix eingebaut und eingerichtet) und zwischendurch noch einmal in Yangon aufgeladen.

In so gut wie allen Hotels und in den meisten Restaurants gibt es zudem W Lan, welches mal gut und mal weniger gut funktioniert. Ich würde jedoch immer eine eigene SIM Karte vorziehen, da man so auch unterwegs Infos abrufen kann.

Gesundheit, Versicherung & Impfungen

Das Gesundheitssystem in Myanmar ist nicht mit dem deutschen Gesundheitssystem vergleichbar. In den größeren Städten gibt es Krankenhäuser und in jedem Ort wird sich im Notfall irgendwo ein Arzt finden, der aber im Zweifelsfall nicht unbedingt über eine medizinische Ausbildung verfügt. Bei schwereren Erkrankungen muss man jedoch definitiv nach Bangkok oder Singapur ausgeflogen werden. Eine Erfahrung die sicherlich nicht schön ist! Wir hatten Glück und mussten keinen Arzt aufsuchen. Dennoch solltet ihr niemals ohne gültige Auslandskrankenversicherung reisen.

Welche Impfungen für Myanmar notwendig und empfehlenswert sind und ob ihr Malariaprophylaxe mit- oder einnehmen sollt, besprecht ihr am besten mit eurem Hausarzt oder Tropenmediziner.

Sonstiges

Mingalaba heißt Hallo. Das solltet ihr euch merken, denn dieses Wort werdet ihr sehr oft hören. Grüßt ihr “Mingalaba” zurück macht ihr den meisten Burmesen eine echte Freude.

Einen Überblick über alle Beiträge zu Myanmar findet ihr in der Myanmar Kategorie.

Ihr plant gerade eine Reise nach Myanmar oder seid schon dort gewesen und habt weitere Tipps, Ergänzungen oder Verbesserungen? Erzählt es mir gerne in den Kommentaren. 

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4 comments

  1. Liebe Jana,

    vielen Dank für diesen ausführlichen Beitrag und auch das mitnehmen auf Insta während der Reise. Myanmar steht schon seit ein paar Jahren ganz weit oben auf meiner Wunschliste. Man hört ja öfter das sich eine Reise mittlerweile eigentlich nicht mehr lohnen würde da die Touris einfach immer mehr werden. Vielleicht schaffe ich es aber in diesem Jahr noch. Auf deinen Bildern sieht es traumhaft aus.

    1. Liebe Agnes,
      es freut mich, dass du uns auf Instagram quasi begleitet hast und dir der Beitrag gefällt! Ja, man hört öfter dass sich Myanmar verändert und sicherlich ist da auch etwas Wahres dran. Die Touristenzahlen steigen, sind aber noch lange nicht auf dem Stand von Thailand & Co. Unterm Strich denke ich, dass sich die meisten Länder und Orte konstant verändern. Das muss ja nicht immer schlecht sein. Im Falle von Myanmar hat man als Reisender heute auf jeden Fall deutlich mehr Luxus als noch vor fünf oder zehn Jahren, was ja per se erstmal nicht schlecht ist.

      Was sicherlich stimmt: Myanmar ist aktuell noch so, wie andere Teile von Südostasien vor zehn bis zwanzig Jahren. Und wenn man das erleben möchte, sollte man zeitnah reisen. Ich drücke dir die Daumen, dass es klappt. Gerade der graue November ist ein perfekter Reisemonat für Myanmar! 🙂

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